Das Kind der Dämmerung

Enéra war Voréos im Geiste sehr unähnlich. Sie war eigenwillig und hochmütig, sich ihrer unbändigen Kraft vollkommen bewusst, der sie ohne Bedenken freien Lauf ließ. Nur ein kleiner Funken des Nichts – nicht mehr als ein Staubkorn – wohnte ihr inne, doch war es bereits genug, um sie mit Neid und Missgunst zu erfüllen. Sie beneidete ihren Bruder, den Erstgeborenen, um die Gunst des Schöpfers, ohne zu erkennen, dass ihr selbst ebenso große Gunst widerfuhr. Das Kind der Dämmerung weiterlesen

Die Geburt von Licht und Finsternis

Vom Kampf mit Unchu erschöpft sehnte sich Valeno nach Ruhe. Seine Schöpfung war zerstört und auch er selbst hatte durch die Vereinigung mit dem Nichts tiefe Wunden davon getragen. So schuf er sich nun einen Ort, an dem er verweilen konnte, ohne in den allgegenwärtigen Schlund blicken zu müssen: die Ewigen Hallen. Die Geburt von Licht und Finsternis weiterlesen

Unchu und die Zweite Schöpfung

Schließlich widmete Valeno sich also seiner Zweiten Schöpfung. Da er aus den vergangenen Fehlern gelernt hatte, erschuf er nun zunächst eine Hülle aus seiner eigenen, reinen, göttlichen Kraft, der – anders als seiner Ersten Schöpfung – lebendige Gedanken und damit ein Teil seiner Selbst innewohnten.
Und siehe da: Das Nichts vermochte es nicht, sich diese – zunächst noch leere – Hülle einzuverleiben. Sie blieb bestehen. Unchu und die Zweite Schöpfung weiterlesen

Die Erste Schöpfung

Das erste Werk Valenos, an das nun nichts mehr erinnert, lässt sich nur schwer mit Worten beschreiben, überstieg seine Pracht doch jegliche Vorstellungskraft. Es war rein und ohne Fehl. Dem schönsten Traum des Schöpfers entsprungen und diesem gleich in allen Belangen. Der Inbegriff der wahren Schönheit und Lieblichkeit. Ohne Härte, bar jeder Bitterkeit. Bereits im Augenblick seines Werdens erfüllte es die endlosen Weiten der Leere mit einem Glanz und Schatten, mit dem sich nichts würde messen können, was danach ins Sein treten würde. Die Erste Schöpfung weiterlesen

Der Schöpfer

Es gab weder Raum noch Zeit. Die Leere dämmerte in ihrer dumpfen Unermesslichkeit vor sich hin, wie sie es seit jeher getan hatte, als sie plötzlich nicht mehr leer war.
Woher der Schöpfer gekommen war, weiß wohl nur er selbst. Dieses Wissen jedoch teilte er niemals mit den Wesen der Schöpfung. Selbst seinen erstgeborenen Kindern gegenüber schwieg er, wann immer sie ihn nach seinem Ursprung fragten. Von einem Ort jenseits der Leere mag er herabgestiegen sein, an dem es einst viele seiner Art gegeben haben mochte – als Verbannter womöglich, als Flüchtling vor einem gewaltigen Unheil oder als Reisender, der neue Gefilde zu erkunden suchte. Oder aber er war aus eigener Kraft dem Nichts entsprungen. Der Schöpfer weiterlesen

Ankündigung #2

Nach Monaten der Untätigkeit und Vorbereitung möchte ich den heutigen Tag, der nach dem almarischen Kalender der erste eines neuen Jahres wäre, damit begehen, den ersten Teil der „Chronik des Seins“, die einen Großteil der Mythen innerhalb des Sarucho-Legendariums beeinhalten wird, einer bereiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der Folge werde ich versuchen, wöchentlich ein weiteres Kapitel hinzuzufügen, sofern es mir mein Zeitplan erlaubt.