Flussdrache

Der Flussdrache (draco fluvialis) lebt in großen Flüssen und breiten Strömen. Mit seinen zwölf Flossenpaaren schwimmt er extrem schnell, auch gegen die Strömung. Die langen, fühlerartigen Fortsätze an seinem Kopf dienen ihm sowohl zur Orientierung, als auch zum Aufspüren von Beute, die er bereits anhand kleinster Bewegungen im Wasser wahrzunehmen vermag. Er ernährt sich vorwiegend von Fischen und Wasservögeln, kann aber auch Landlebewesen, ja sogar Menschen, gefährlich werden, die es wagen, sich in seine Fluten zu stürzen. Flussdrachen werden sehr alt und verbringen oft Jahrhunderte im Schlaf am Grund ihrer Flüsse. Sie sind Einzelgänger, die einander nur zur Paarung im Schatten einer vollständigen Sonnenfinsternis in Mündungsgebieten treffen.

Das Übel des Nordens

Nach einer Ewigkeit der Dunkelheit kam nun also der erste Morgen über Yurtria. Klar und hell ging die Sonne über den umliegenden Eismeeren und den öden Landen auf. Und tatsächlich erfüllten sich die Hoffnungen der Mi Sarucho. Denn die Pflanzen, die der Erde von Liten Ayonas entsprungen waren, streckten sich dem sanften Licht entgegen. Größer und schöner wurden sie, während die Mi Sarucho den kühlen Tau genossen, der von den Blättern fiel und den Duft, der daraufhin die Lüfte erfüllte. Das Übel des Nordens weiterlesen

Trompetenelfe

Die Trompetenelfe (alfa tubae) lebt in den lichten Gefilden der höheren Lüfte. Von dort steigt sie bisweilen tagsüber auf sonnenbeschienene Bergwiesen herab, um sich am Nektar der Blumen und klarem Quellwasser zu laben. Trifft sie auf Artgenossen, tanzt sie mit diesen wilde Reigen, in folge derer sie mit den trichterartigen Fortsätzen auf ihrem Kopf helle Trompetenklänge von sich gibt.  Trompetenelfen sind äußerst scheue Geschöpfe, die bei der leichtesten Störung entschwinden. Hinter man sie jedoch an der Flucht, veranstalten sie einen furchtbaren, ohrenbetäubenden Lärm, den kaum jemand bei klarem Verstand ertragen kann. Grundsätzlich gilt es jedoch als gutes Omen, die Stimme einer Trompetenelfe von Fern zu hören, Federn, die sie im Flug verliert werden oft zu Glücksbringern verarbeitet.

Die Geburtsstunde des Lebens

Unverzüglich entsandten die Ranvári also Ravéla, die schnellste der Dimisori, um nach einer Welt zu suchen, die der Verwirklichung ihres Traumes dienlich gewesen wäre. Diese durcheilte lange die unermesslichen Weiten des Alls, doch kaum eine der unzähligen Welten, die sie auf ihrem Weg sah, schien den Ansprüchen derer zu genügen, die sie entsandt hatten. Stets fand die Dimisor irgendeine Kleinigkeit, die missfiel. Sie sah bald selbst ein, dass sie auf diese Weise niemals fündig werden würde und dass die Welt, die sie suchte, nicht vollkommen sein, sondern werden sollte. Daher wählte sie scheinbar zufällig eine Welt in den Tiefen des Raumes. Die Geburtsstunde des Lebens weiterlesen

Dunkelkatze

Die Dunkelkatze (felis dira) ist ein flinkes, lautloses nachtaktives Raubtier, das trotz seiner geringen Körpergröße als sehr gefährlich gilt. So scheut sie nicht davor zurück, es mit einem ganzen Rudel von Wölfen aufzunehmen und fällt bisweilen auch Menschen an. Sie lebt vorwiegend allein in den Wäldern, wagt sich mitunter aber auch in kleine Städte vor, wo sie als schlechtes Omen gilt. Ihre fahlen, gelben Augen vermögen es sogar in tiefster Finsternis zu sehen, ihre feinen Krallen sind rasiermesserscharf und so hart wie Stein. Wird die Dunkelkatze bedroht, sträubt sie ihr Fell und stellt die flügelartigen Fortsätze an ihrem Rücken auf, die ihren Körper beinahe doppelt so groß erscheinen lassen.