Kürbiskrake

Der Kürbiskrake (Octopus cucurbitae) ist ein schelmisches Geschöpf, das zumeist auf Kürbisfeldern vorkommt. Durch seine Gestalt verschmilzt er dabei so sehr mit seiner Umwelt, dass er von einem gewöhnlichen Kürbis oft nicht mehr zu unterscheiden ist. Manche behaupten sogar, Kürbiskraken wären aus den Geistern Verstorbener entstanden, die von Kürbissen Besitz ergriffen hätten. Reglos lauern diese Wesen im Feld auf Beute, die sie dann blitzschnell mit ihren acht Tentakeln umschlingen. Da es sich dabei zumeist um Ernteschädlinge wie kleine Nagetiere und Vögel handelt, werden Kürbiskraken von Bauern sehr geschätzt und mitunter sogar als Haustiere gehalten. Obwohl sie größeren Lebewesen nichts zuleide tun, lieben sie es, diesen Streiche zu spielen, was sie mitunter zu sehr anstrengenden Zeitgenossen macht.

Kamelschnecke

Die Kamelschnecke (limax camelus) ist eine Riesenschnecke, die vor allem in Wüsten und trockenen Ödlanden zu finden ist. Ihr langes Fell schützt sie vor dem Licht der Sonne und dem Austrocknen. Die Höcker auf ihrem Rücken sind mit Wasser gefüllt, sodass sie lange Zeit überleben kann, ohne Flüssigkeit aufnehmen zu müssen. Kamelschnecken kriechen meist gemächlich zwischen bis zu einem halben Dutzend verschiedener Oasen hin und her, an denen sie ihre Wasservorräte wieder auffüllen und sich an den dort wachsenden Pflanzen gütlich tun. Ihre Schleimspuren bleiben selbst im rauen Wüstenklima lange sichtbar und eignen sich daher als sichere Wegweiser zur nächsten Oase.

Singstein

Der Singstein (lapis canens)  verfügt über keinerlei Gliedmaßen und kann sich nicht aus eigener Kraft fortbewegen. Liegt er irgendwo am Wegrand, könnte man ihn leicht übersehen, würde er nicht dazu neigen, laut auf sich aufmerksam zu machen. Meist geschieht dies in Form eines Liedes, mitunter auch mit einem mehrstimmigen Pfeifen, das er durch die Löcher an der Seite  seines Körpers ausstößt. Singsteine sind oft bis zu einem Dutzend verschiedener Sprachen mächtig, die sie nicht nur zur Unterhaltung untereinander nutzen, sondern auch dazu, um vorbeikommende Wanderer zu bitten, sie mitzunehmen. Ihr Ziel ist es stets, auf den Gipfel eines Berges getragen zu werden, von wo aus sie das Land überblicken können und man ihre Lieder bis in weite Ferne zu hören vermag.

Blutphönix

Der Blutphönix (phoenix sanguineus) ist ein Dämon in der Gestalt eines Vogels, der aus dem Blut im Krieg Gefallener entstanden ist. Unentwegt zieht er von  Schlachtfeld zu Schlachtfeld, um immer mehr Blut in sich aufzunehmen und zu gewaltiger Größe anzuwachsen. Mit dem Blut verschlingt er die Seelen der Gefallenen, um damit sein eigenes Leben zu verlängern. Dadurch, so sagt man, haben manche dieser Wesen buchstäblich Unsterblichkeit erlangt. Der Blutphönix ist durch und durch bösartig und hört nie auf, nach Macht und Leben zu gieren. Mitunter fallen ihm ganze Heerscharen sich bekriegender Feinde zum Opfer. Waffenlärm und der Geruch des Todes locken ihn an, friedliche Gegenden meidet er jedoch.