Das weiße Wier im grünen Feld

Jahrzehntelang hatte Mureiya, die Anführerin der Culmorier und Meisterin der Dunklen Künste, durch Schrecken und Willkür als Königin über Orvolor geherrscht. Nun war sie an ihrem eigenen Hochmut zugrunde gegangen. Sie hinterließ keinerlei Erben und, wenngleich das Volk von Orvolor ihren Tod hinter verschlossener Tür bejubelte, gab es im Reich immer noch genügend ihrer Anhänger.
Während sich nun manch einer der Fürsten des Reiches gegen Mureiyas Diener erhob, um das geknechtete Volk zu befreien und die Ordnung wiederherzustellen, stritten sich die Culmorier auch untereinander um die Nachfolge ihrer Herrin. Alsbald tobte ein blutiger Bürgerkrieg. Das weiße Wier im grünen Feld weiterlesen

Schneeballwurm

Der Schneeballwurm (vermis pilae nivis) ist ein Elementarwesen, das der Sage nach von Kindern aus Schneebällen geformt und von einem Zauberer zum Leben erweckt wurde. Schneidet man ihn in der Mitte auseinander, so entstehen zwei neue Schneeballwürmer daraus. Dadurch konnte sich diese Art sehr schnell in den kalten Gefilden verbreiten. Wird er angegriffen, verteidigt sich der Schneeballwurm, indem er mit hoher Geschwindigkeit Geschosse aus verdichtetem Schnee und Eis auf seinen Gegner spuckt. Diese Klumpen verfügen über genügend Durchschlagkraft, um selbst dicke Fensterscheiben zu zerbrechen. Schneeballwürmer ernähren sich zum größten Teil von dem Schnee aus dem sie erschaffen wurden, kommen jedoch auch lange Zeit ohne Nahrung aus. Steigt die Umgebungstemperatur zu hoch über den Gefrierpunkt, sterben sie. Deshalb verkriechen sie sich in den warmen Monaten tief unter der Erde.

Woorlan der Weise

Einst lebte in Tolrach ein junger Mann mit dem Namen Woorlan. Er war der Sohn eines recht wohlhabenden Weinhändlers. Da er ältere Geschwister hatte, die dereinst in die Fußstapfen seines Vaters treten würden, erwartete man von ihm nichts und er war frei zu tun, was auch immer er tun wollte.
Seit seiner Kindheit war Woorlan bekannt für seinen Wagemut. Oftmals wanderte er mit seinen Freunden durch die nahen Wälder – immer auf der Suche nach neuen Geheimnissen. Bisweilen kam er tagelang nicht nach Hause, wenn er einer scheinbar vielversprechenden Spur nachging. Was er fand, stellte ihn selten zufrieden, fühlte er sich doch zu Größerem berufen. Woorlan der Weise weiterlesen

Ahorndrache

Der Ahorndrache (draco acernus) ist kaum größer als das Blatt des Ahornbaumes, das er nachahmt. Obwohl er so leicht ist wie eine Feder, kann er nicht wirklich fliegen, aber dennoch mit Leichtigkeit auf Windströmungen von Ast zu Ast gleiten. Er ernährt sich zwar ausschließlich vom Pflanzensaft des Ahorns, den er aus dünnen Ästen saugt, dem Geruch von Ahornsirup kann er jedoch kaum widerstehen. Die Farbe der Schwingen eines Ahorndrachen ändert sich mit der Jahreszeit, sodass er unter den Blättern des Baumes kaum auszumachen ist. Ahorndrachen leben meist in kleinen Schwärmen zusammen. In der Paarungszeit verlassen die Männchen den Baum, auf dem sie geboren wurden, die Weibchen dagegen bleiben ihr ganzes Leben auf demselben Baum. Den Winter verbringen Ahorndrachen schlafend in kleinen Höhlen unter den Wurzeln ihres Heimatbaumes.