Stoffkäfer

Der Stoffkäfer (blatta textilis) ist aus einem weggeworfenen Stofftier entstanden, das von einem Zauberer gefunden und zum Leben erweckt wurde. Da er fast zur Gänze aus Stoff besteht und keinerlei Knochen besitzt, kann er seinen Körper in die seltsamsten Stellungen verdrehen. Seine Krallen sind ebenso weich wie die beiden mandibelartigen Fortsätze auf seinem Kopf und daher weder zum Angriff noch zur Verteidigung geeignet. Die einzigen Waffen, die ein Stoffkäfer besitzt, sind seine Zähne – sein Biss ist aber nicht schmerzhafter als ein Mückenstich. Stoffkäfer beziehen ihre Lebenskraft aus einem verzauberten Stein in ihrem Inneren und benötigen keinerlei Nahrung. Trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens sind sie vor allem bei den Kindern von Adeligen beliebte Spielgefährten, da sie sehr widerstandsfähig und genügsam sind.

Gilard der Großzügige

In Werenvach, im Königreich Styronna wurde einst ein Kind mit dem Namen Gilard geboren. Seine Eltern waren Händler, die sich durch Geschäfte mit Nah und Fern großen Wohlstand erworben hatten.
Frieden herrschte im Reich und so verbrachte Gilard eine unbeschwerte Kindheit. Früh erkannte er jedoch, dass es in den Straßen der Stadt jene gab, die nicht so viel hatten wie er und trotz des Friedens ein trostloses Leben führten. Manche hatten ihr Unglück selbst verschuldet, andere nicht, doch durch sie sah Gilard, wie sehr das Schicksal ihn bei seiner Geburt begünstigt hatte. So oft er konnte, gab er den Armen, was er hatte – sei es nun Gold oder eine warme Mahlzeit. Gilard der Großzügige weiterlesen

Glühdrache

Der Glühdrache (draco lucifer) ist eine nachtaktive Drachenart, die vor allem in Bergwäldern vorkommt. Während sein Körper eher unauffällig wirkt, sticht besonders sein Schweif hervor, der in einem grellen gelben Licht leuchtet und im Dunkeln meist noch aus mehreren Meilen Entfernung zu sehen ist. Ein Glühdrache kann das Licht seines Schweifes bei Bedarf auch löschen oder blinken lassen. Dies dient sowohl der Kommunikation mit Artgenossen, als auch der Verwirrung von möglichen Feinden. Glühdrachen ernähren sich vor allem von Vögeln und Flugschlangen, aber auch von kleineren Drachenarten. Sie können zwar kein Feuer speien, wohl aber ein giftiges, schwefelhaltiges Gas. Zudem sind sie durch ihre zwei Flügelpaare für ihre Größe ungewöhnlich wendig.

Die Hügel des Grauens

Inmitten der Wälder an der Grenze von Orvolor gab es einst eine Stadt namens Gyria. Lange Jahre hindurch hatte sie als Ort des Friedens und der Gastfreundschaft gegolten, doch mit der Ankunft eines Fremden änderte sich alles. Dessen Worte waren wie ein Gift, das sich langsam in die Gemüter der Gyrianer fraß. Sie wurden gierig und hinterhältig, ihr freundliches Wesen ins Gegenteil verkehrt. Bald waren sie weithin als Wegelagerer, Räuber und Mörder bekannt. Die Hügel des Grauens weiterlesen

Grünblitzdämon

Der Grünblitzdämon (daemon fulminis viridis) ist ein hochintelligentes, menschenähnliches Geschöpf, das sich frei zwischen realer Welt und Cyberspace hin und her bewegen kann. Er ernährt sich von Elektrizität, weshalb man ihn oft in der Nähe von Stromleitungen oder Kraftwerken antrifft. Trotz seines unheimlichen Äußeren greift ein Grünblitzdämon nur selten andere Lebewesen an. Er bewegt sich so schnell, das kaum jemand oder etwas in der Lage ist, ihn zu fassen. Wird er aber doch in die Enge getrieben, setzt er sich mit mächtigen Stromschlägen in der Gestalt von grün leuchtenden Blitzen zur Wehr. Niemand weiß, woher Grünblitzdämonen stammen, sie scheinen jedoch die meisten menschlichen Sprachen zu verstehen. Deshalb gehen manche Forscher davon aus, sie wären einst selbst Menschen gewesen, die durch die folgenschwere Fehlfunktion eines Kraftwerkes den Weg zu einer höheren Daseinsform gefunden haben.

Maags Garten

Einst herrschte ein König über ein längst vergessenes Reich im Süden. Maag war sein Namen und sein Reich war klein, denn die Menschheit war schwach in diesem Zeitalter der Kälte und des langsamen Todes. Dennoch hatte dieses Reich bereits seit mehr als einem Jahrhundert der Wildnis getrotzt. Nun stand es jedoch vor dem Untergang, denn die einzige Tochter des Königs litt an einer schweren Krankheit. Maags Garten weiterlesen

Bootreißer

Der Bootreißer (raptor naviculae) ist ein urtümlicher Fisch von etlichen Metern Länge, der in den küstennahen Gewässern großer Meere zu finden ist. Im Laufe von vielen Jahrtausenden entwickelten sich seine Vorderflossen zu langen Greifarmen, die mit je einer gefährlich scharfen Kralle und drei Dornen besetzt sind. Mit diesen Armen reißt er seine Beute – zumeist Tiere, die an der Wasseroberfläche schwimmen – in die Tiefe, um sie dort mit seinem langen, mit Dutzenden spitzen Zähnen besetzten Maul zu verschlingen. Dem Namen Bootreißer wird dieser Fisch durchaus gerecht, da er auf der Jagd bisweilen auch kleine Fischerboote mitsamt Besatzung versenkt. Bootsreißer sind meist Einzelgänger, rotten sich bei seltenen Gelegenheiten aber auch zu Schwärmen zusammen. Wenn dies geschieht, können sie sogar größeren Schiffen gefährlich werden.