Alle Beiträge von Martin

Auf der anderen Seite des Schreibtisches: Episode I

Auf der anderen Seite des Schreibtisches öffnete sich ein Tor in eine andere Welt. Ich stieg hindurch und hier bin ich nun – gefangen in einer Stadt, in der der Irrsinn herrscht.

Mit einem unguten Gefühl im Magen betrat ich das Lagerhaus in einer der schlimmsten Gegenden der Stadt. Die Tür fiel mit einem Quietschen hinter mir zu, das fast wie ein Schrei klang. Regale, die bis zur Decke reichten, umgaben mich zu beiden Seiten. Was sich darauf befand, konnte ich nicht sagen, denn schwere Planen verdeckten die Sicht. Es war mir schleierhaft, warum ich den Kunden ausgerechnet hier treffen sollte. Wie üblich hatte Horses mir diesen Deal verschafft. Wie üblich war etwas faul an dieser Sache. Auf der anderen Seite des Schreibtisches: Episode I weiterlesen

Das goldene Korn

Im Norden des Fürstentums Ertanien lebte einst ein Bauer namens Juwin mit seiner Familie. Das Leben im Hochland am Rande der Bockhöhen war entbehrungsreich, denn der Boden war hart und nur schwer zu bestellen. Immer wieder machten Stürme aus den Höhen die Ernte zunichte. Doch waren die Bewohner jenes Landes zu stur und erdgebunden, um ihre Heimat zu verlassen und anderswo ein Auskommen zu suchen. Das goldene Korn weiterlesen

Rüsselschlange

Die Rüsselschlange (anguis proboscidis) stammt ursprünglich aus einer fremden Welt. Im Gegensatz zu anderen Schlangen verfügt sie über zwei kräftige Vorderbeine, die ihr bei der Fortbewegung aber auch beim Graben nach Nahrung nützlich sind. Sie ernährt sich vor allem von Pilzen und Knollen, die sie mit ihrem sehr empfindlichen Rüssel aufspürt. Trotz ihrer vier Augen sieht eine Rüsselschlange nicht sehr gut, weshalb sie sich neben dem Geruchssinn vor allem auf das Gehör ihrer großen Ohren verlässt. Die Flügel auf ihrem Rücken  dienen ihr nicht zum Fliegen, sondern um Sonnenlicht aufzunehmen, aber auch um Feinde abzuschrecken. Rüsselschlangen sind zwar recht groß, aber vergleichsweise harmlos. Sie leben für gewöhnlich in kleinen Herden beisammen und werden von manchen Völkern sogar als Nutztiere eingesetzt.

Landkarte Saruchos am ersten Tag

Diese Landkarte zeigt den Zustand Saruchos am Ende des ersten Tages, noch bevor die Götter die Gestalt der Welt veränderten. Alle Landmassen sind am Anfang in Yurtria vereinigt, einem gewaltigen Ödland, das sich aus einem einzigen gefrorenen Meer erhebt. Nur die Mitte dieses Meeres wurde durch Saruchos Verlagerung in die Nähe der Sonne aufgetaut.
Hoch im Norden Yurtrias liegt Olomrus Senke inmitten großer Trümmerfelder, wo das Übel des Nordens lange Zeit wütete. Sein Reich wird im Süden von den Bergen der Höheren Lüfte begrenzt, die von den Göttern errichtet wurden, um Olomru aus Liten Ayonas, der Geburtsstätte des Lebens fernzuhalten. Inmitten der grünen Ebene erhebt sich Umcalorion, der Berg der Götter, von dessen Spitze aus beständig eine Wache Ausschau nach Gefahren hält. Südlich von Liten Ayonas liegt die Mitte der Welt, das Reich Mosuryus, des Herrschers über die Nebel. Im äußersten Süden, jenseits von Yurtria erheben sich gewaltige Eisberge um Chelnaxus Höhle, wo das Übel des Südens schlief. Ein wenig östlich davon befindet sich eine einsame Insel, auf der Mosuryu sich lange Zeit vor den Mi Sarucho versteckt hielt.

Des Grafen Nachtisch

Einst lebte in Miena ein junger Mann namens Glawin. Sein Vater war schon lange tot, seine Mutter war Priesterin im Tempel der Götter, er selbst hatte das Schneiderhandwerk erlernt. Er führte ein bescheidenes Leben und war glücklich mit dem, was er hatte. Eines Tages wurde er von Mereno, dem Grafen von Miena gerufen, um für dessen Tochter ein neues Kleid anzufertigen. Des Grafen Nachtisch weiterlesen

Sternenstaubhamster

Der Sternenstaubhamster (cricetus pulveris stellae) ist ein Nagetier, das im Weltraum zuhause ist. Die Abwesenheit von Sauerstoff und die extremen Temperaturen im leeren Raum scheinen ihm nichts auszumachen. Meist ist er in der Nähe von Asteroidengürteln oder den Ringen von Planeten zu finden, wo er mit seinen Klauen und Zähnen Löcher in Gesteinsbrocken gräbt, um an die Mineralien im Inneren dieser Felsen zu gelangen. Mit seinem weichen Fell nimmt ein Sternenstaubhamster das Licht der Sterne auf, um sich warm zu halten. Je gesünder er ist, desto heller glänzt der kleine, bläuliche Stein auf seiner Stirn. Die langen Schnurrhaare dienen ihm sowohl zur Orientierung als auch zur Kommunikation mit Artgenossen. Sternenstaubhamster sind gesellige Tiere, die meist in kleinen Kolonien im Inneren größerer Asteroiden zusammenleben. Sie sind sehr neugierig und nähern sich bisweilen auch Raumschiffen und Raumstationen.