Archiv der Kategorie: Geschichten

Kurze Geschichten aus dem Sarucho-Legendarium

Die Hügel des Grauens

Inmitten der Wälder an der Grenze von Orvolor gab es einst eine Stadt namens Gyria. Lange Jahre hindurch hatte sie als Ort des Friedens und der Gastfreundschaft gegolten, doch mit der Ankunft eines Fremden änderte sich alles. Dessen Worte waren wie ein Gift, das sich langsam in die Gemüter der Gyrianer fraß. Sie wurden gierig und hinterhältig, ihr freundliches Wesen ins Gegenteil verkehrt. Bald waren sie weithin als Wegelagerer, Räuber und Mörder bekannt. Die Hügel des Grauens weiterlesen

Maags Garten

Einst herrschte ein König über ein längst vergessenes Reich im Süden. Maag war sein Namen und sein Reich war klein, denn die Menschheit war schwach in diesem Zeitalter der Kälte und des langsamen Todes. Dennoch hatte dieses Reich bereits seit mehr als einem Jahrhundert der Wildnis getrotzt. Nun stand es jedoch vor dem Untergang, denn die einzige Tochter des Königs litt an einer schweren Krankheit. Maags Garten weiterlesen

Das Auge des Bären

Hoch oben im Norden, wo der Winter das Land sogar tagsüber in Finsternis taucht und auch das wilde Meer bisweilen von einer dicken Eisschicht bedeckt ist, trug sich eine seltsame Geschichte zu. Es begab sich nämlich, dass ein Schiff von einem Schneesturm überrascht ins Packeis getrieben wurde und dort auf Grund lief. Wer konnte, ging über Bord und versuchte, über das Eis die Küste zu erreichen. Viele ließen im Sturm ihr Leben. Das Auge des Bären weiterlesen

Das weiße Wier im grünen Feld

Jahrzehntelang hatte Mureiya, die Anführerin der Culmorier und Meisterin der Dunklen Künste, durch Schrecken und Willkür als Königin über Orvolor geherrscht. Nun war sie an ihrem eigenen Hochmut zugrunde gegangen. Sie hinterließ keinerlei Erben und, wenngleich das Volk von Orvolor ihren Tod hinter verschlossener Tür bejubelte, gab es im Reich immer noch genügend ihrer Anhänger.
Während sich nun manch einer der Fürsten des Reiches gegen Mureiyas Diener erhob, um das geknechtete Volk zu befreien und die Ordnung wiederherzustellen, stritten sich die Culmorier auch untereinander um die Nachfolge ihrer Herrin. Alsbald tobte ein blutiger Bürgerkrieg. Das weiße Wier im grünen Feld weiterlesen

Woorlan der Weise

Einst lebte in Tolrach ein junger Mann mit dem Namen Woorlan. Er war der Sohn eines recht wohlhabenden Weinhändlers. Da er ältere Geschwister hatte, die dereinst in die Fußstapfen seines Vaters treten würden, erwartete man von ihm nichts und er war frei zu tun, was auch immer er tun wollte.
Seit seiner Kindheit war Woorlan bekannt für seinen Wagemut. Oftmals wanderte er mit seinen Freunden durch die nahen Wälder – immer auf der Suche nach neuen Geheimnissen. Bisweilen kam er tagelang nicht nach Hause, wenn er einer scheinbar vielversprechenden Spur nachging. Was er fand, stellte ihn selten zufrieden, fühlte er sich doch zu Größerem berufen. Woorlan der Weise weiterlesen

Der Gatte des Sees

In Auvagan lebte einst ein junger Mann mit dem Namen Oremir. Als Sohn Mirgrims, des Fürsten von Niranach, führte er ein wohlbehütetes Leben und es mangelte ihm an nichts. Er hatte viele Freunde und war auch beim Volk beliebt.
Mehr als alles andere liebte Oremir Velemraia, den großen See, der an die Mauern Auvagans brandete. Oftmals verbrachte er Stunden damit, auf das Wasser hinauszublicken und sich zu fragen, was wohl an dessen Grund verborgen lag. Wilde Träumereien von Gold und Edelsteinen – prächtiger als all die Schätze, die von den Bergarbeitern seines Vaters zutage gefördert wurden – geisterten ihm durch den Kopf. Der Gatte des Sees weiterlesen