Archiv der Kategorie: Leseproben

Leseproben aus meinen Büchern

Leseprobe aus „Der Eid des Verräters“, Kapitel XX

Als Naron das Lager der Mursogi betrat, fand er sich in einem wilden Durcheinander wieder. Wie Ameisen wuselten Mursogi herum, die von allen Seiten auf die Schlachtreihen der Erbaren eindrangen. Es war zwar keine wirkliche Übermacht, jedoch genug, um die Eindringlinge in Schach zu halten und zu verhindern, dass diese weiter in das Innere des Lagers vorstießen.
Hinter der Wand aus Feuer gab es einen niedrigen, mit Pfählen gespickten Erdwall, ähnlich dem, der das erbarische Lager umgab. Dieser war jedoch ziemlich löchrig und eben dort, wo Naron die Bresche geschlagen hatte, gab es eine breite Lücke, durch die man die schwarzen Zelte des Lagers sehen konnte.
Naron wurde von zwei Mursogi mit Krummschwertern begrüßt, die er jedoch mit einer schnellen Drehung und drei Schwerthieben zur Strecke brachte. Dann fand er sich einem Wraschag gegenüber, der eine tödliche Keule nach ihm schwang. Das Mischwesen hieb jedoch weit daneben, sodass es Naron gelang, auch diesen Gegner zu Fall zu bringen.
Die Sonne stand hoch am Himmel. Es schien tatsächlich, als würde dies den lichtscheuen Wesen zum Nachteil gereichen. Sie kämpften zwar verbissen, doch scheinbar geistesabwesend, wie als würden sie nicht ganz begreifen, in welcher Gefahr sie schwebten.
Mit einem lauten Kampfschrei durchdrang nun auch Krinoin das Loch in der Feuerwand. Wieder hoch zu Ross durchpflügte er an der Spitze seiner Reiterei das Schlachtfeld mit seinem Schwert und erschlug mehrere Feinde.
Alles in allem, erkannte Naron, als ihm eine kleine Verschnaufpause gegönnt wurde, stand es gar nicht so schlecht für die Truppen Erbariors. Vor allem, wenn man bedachte, dass ständig weitere Soldaten ins Lager strömten und im Wald immer noch viele hundert Mann Verstärkung warteten.

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Leseprobe aus „Der Weiße Schatten“, Kapitel IV

Auf den schnellen Schwingen eines kräftigen Vogels glitt er durch die nächtlichen Lüfte. Über ihm stand der Mond, so groß und voll, wie er ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Unter ihm lag ein weites Heideland, gesprenkelt mit Bäumen, die sich bald zu einem düsteren Wald verdichteten. Kopfüber stieß er hinab, wo er eine Gestalt in einem gräulich blauen Mantel durch das Unterholz reiten sah. Getragen von kühlen Winden folgte er dem Reiter. Dann war der Wald zu Ende und vor ihm breitete sich wieder mondbeschienenes Heideland aus. Am Rande seines Gesichtsfeldes sah er schemenhaft die Umrisse hoher Berge. Er überholte den Reiter und stieg wieder hoch in den Himmel auf, den Sternen entgegen. Eine tiefe Freude erfasste ihn.
Die Umgebung begann zu verschwimmen und obwohl er immer höher und höher geflogen war, fand er sich plötzlich wieder über dem Blätterdach eines Waldes wieder. Langsam glitt er zu den Bäumen hinab und ließ sich schließlich auf dem Ast einer großen Buche nieder. Als er von dort aus zum Waldboden hinabblickte, fand er zwischen den mächtigen Stämmen von Eichen und Buchen eine Mulde. Dieser Ort kam ihm seltsam bekannt vor.

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