Dewodios

Geschichte

Entstehung

Die Stadt Dewodios entstand im Laufe des siebzehnten Jahrhunderts des Eisernen Zeitalters auf dem heiligen Berg der Vanrier. Da sich Silvena, die erste Großkönigin von Vanrania, dort niedergelassen hatte, gab es viele, die es in ihre Nähe zog. Auf diese Weise wurde vor dem Palast der Großkönigin eine kleine Siedlung gegründet, die im Laufe der Jahre rasch anwuchs. Als Silvena starb, war daraus bereits eine kleine Stadt geworden. Unter der Herrschaft der folgenden Großköniginnen wuchs Dewodios weiter. Da vielerlei Künstler die Nähe der Großkönigin suchten, wurde auch Dewodios zum Kunstwerk. Bäume wurden nur gefällt, wenn es notwendig war, die Gebäude der Stadt zumeist aus Stein erbaut.

Hauptstadt von Vanrania

Wenngleich die Stadt unter Großkönigin Enylene immer noch sehr klein war, wurde bereits zu deren Zeiten ein Stadttor an der Rampe, die auf den Berg führte, erbaut. Zudem ließ Enylene dieses Tor durch eine gepflasterte Straße mit ihrem Palast verbinden. Etwa zur selben Zeit begannen die Vanrier auch das Tal am Fuß des Berges zu besiedeln und dort Ackerbau zu betreiben, um die Bedürfnisse der Hauptstadt zu stillen. Dreihundert Jahre später nahm diese unter Großkönigin Elaphoris dann den gesamten Gipfel des heiligen Berges ein. Zwar gab es immer noch freie Flächen, doch waren diese mit Bäumen und Sträuchern überwachsen, die auf Befehl der Großkönigin von niemandem gefällt werden durften. So wuchs Dewodios von da an nicht mehr. Stattdessen entstanden am Fuß des Berges zahlreiche kleinere Siedlungen.

Jüngere Geschichte

Über die Jahrhunderte blieb Dewodios die Hauptstadt Vanranias und der Sitz der Großkönigin. Als Raruonor nach dem Zweiten Krieg zwischen Erbarior und Lau-Onn das Reich öffnete, wurde auch Dewodios an das neu erbaute Straßennetz angeschlossen und damit häufiger von Fremden besucht. Das Leben in der Stadt blieb jedoch beschaulich und nur wenige Auswärtige ließen sich dort nieder. Blieb Dewodios lange Zeit von allen Übeln verschont, wurden im Jahr 2366 E.Z. Teile der Stadt zerstört, als Rarinos mit seinen Söldnern und den Mursogi die Macht an sich riss und seinen Vater stürzte. Damit nahm auch das friedliche Leben der Stadtbewohner ein Ende, herrschte Rarinos doch mit eiserner Hand über sein Volk.


Bevölkerung

Die Bewohner von Dewodios gehörten fast ausschließlich den Vanriern an. Nach der Öffnung des Reiches durch Raruonor lebten einige wenige Erbaren und Auswanderer aus Litenóa in der Stadt. Ansonsten gab es keine nennenswerten Minderheiten.


Gesellschaft

Allgemein

Die Gesellschaft von Dewodios war bunt durchmischt. Die Grenze von Adel und gewöhnlichem Volk verschwammen zumeist, doch waren alteingesessene Familien angesehener als jene, die erst seit wenigen Jahrzehnten in der Stadt lebten. Im Allgemeinen herrschte ein freundschaftliches und friedliches Miteinander, bei dem auch Gäste von auswärts gerne gesehen waren.

Gesetzgebung

Dewodios und das Umland der Stadt unterstanden als einziger Teil Vanranias geradewegs der Großkönigin. Diese erließ die Gesetze und sprach Recht, während die Könige der anderen Reiche keine Macht in der Hauptstadt hatten.

Bildung

Schon zu Zeiten Silvenas war die Bildung des einfachen Volkes für die Bewohner Dewodios‘ sehr wichtig. So sorgte bereits die erste Großkönigin dafür, dass eine Schule gebaut wurde, als die Siedlung vor ihrem Palast zu gedeihen begann. Dieser Schule folgten im Laufe der Jahrhunderte etliche weitere. Neben Grundschulen, die Allgemeinbildung und Kenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelten, gab es auch je eine Schule für Kunst und eine für Wissenschaften. Zudem gab es in Dewodios eine Heilerschule und eine Höhere Lehranstalt für Künste, in der vor allem Sänger und Maler ausgebildet wurden.

Streitkräfte

  • Stadtwache

Die Stadtwache von Dewodios war für die Sicherheit innerhalb der Mauern verantwortlich. Zudem oblag ihr die Bewachung des Stadttores. Die Stadtwache war nicht sonderlich groß oder gut ausgestattet, da es in Dewodios selten notwendig war, Angelegenheiten mit Waffengewalt zu schlichten.

  • Palastwache

Die Palastwache war dem Haushofmeister der Großkönigin unterstellt und für die Sicherheit der Bewohner des Palastes zuständig. Ein wenig besser ausgerüstet als die Stadtwache war auch sie nicht sonderlich zahlreich.

Glaube und Brauchtum

Wie im Rest von Vanrania herrschte auch in Dewodios der Glaube an die Sieben Wahren Götter vor. Vor allem Lauréa und die Dimisor Vuna wurden verehrt. Dazu kam zahlreiche kleinere Waldgottheiten und Waldgeister, wie jene von denen Silvena abstammte. Diese Verehrung schlug sich auch im Brauchtum der Bewohner von Dewodios nieder. Bäume aller Art wurden hochgeschätzt und nur selten gefällt. Das Stadttor und die meisten Haustüren waren mit den Augen von Wildkatzen bemalt, da deren Blick als Schutz vor Unheil galt.

Verschiedene Bräuche

Anlässe

  • Krönung der Großkönigin

Starb eine Großkönigin musste ihre jungfräuliche Erbin im Beisein der König die Rinde der Heiligen Weide im Garten des Palastes berühren. Wenn diese innerhalb einer Woche Blüten trug, wurde die Erbin zur Großkönigin gekrönt. Die Könige schworen daraufhin, ihrem Urteil zu folgen. Danach trat die Großkönigin mit einer Rede vor das Volk. Oftmals eröffnete diese auch ein Fest, das in ganze Dewodios gefeiert wurde.

  • Geburt

Wie im Rest von Vanrania wurde ein Kind von seinen Eltern nach der Geburt auf die Wurzeln eines Baumes gelegt und diesem geweiht. Während die meisten Bewohner von Dewodios zu diesem Zweck die Stadt verließen, gab es auch einige, die Bäume innerhalb der Mauern für diesen Brauch erwählten.

  • Tod

Da Tote in Vanrania meist in der Erde bestattet wurden, gab es in Dewodios große Grabgewölbe, die sich im Norden der Stadt in den Boden des heiligen Berges gruben. Am Rand des Hügels führte dort eine Treppe in die Tiefe, wo es Tausende von Gräbern und Gruften gab. Die Großköniginnen hatten ein eigenes Grabgewölbe unterhalb ihres Palastes.

Feiertage

  • Vunas Erwachen

Am ersten Tag des Jahres wurde in Dewodios der Beginn des Frühlings mit einem Umzug in farbenfrohen Gewändern gefeiert.

  • Tag des Lichtes

Die Sommersonnenwende wurde wie in den meisten Gebieten, in denen die Sieben Wahren Götter verehrt wurden, auch in Dewodios mit einem Fest zu Ehren der Lichtgöttin Enéra begangen.

  • Tag der hohen Künste

Am Tag der hohen Künste im Spätsommer wurden die Abgänger der Höheren Lehranstalt für Künste mit einem großen Fest verabschiedet. Dabei traten meist die besten Sänger des Jahrganges in einem Wettstreit gegeneinander an.

  • Tag der Farben

Am Tag der Farben im Herbst dankten die Bewohner Dewodios‘ der Göttin Lauréa für den Reichtum des Waldes.


Wirtschaft und Handel

Nach der Öffnung des Reiches durch Raruonor wurde Dewodios durch seine Lage in der Mitte des Reiches ein Knoten des Handels in Vanrania. Vor allem Künstler und Kunstliebhaber schätzten die Stadt sehr, galt sie doch als beliebter Umschlagort für Werke aller Art. Die Feldfrüchte, die im Tal um den heiligen Berg gediehen, dienten zum größten Teil der Versorgung der Stadt und wurden nur selten nach auswärts verkauft. Einzig der Wein, der an den Hängen des heiligen Berges gedieh, fand bisweilen seinen Weg auch in fremde Länder.


Erwähnung

  • DWS: 94-95
  • DLDD: 6, 141-144, 149, 155-156, 158, 160, 163, 167, 169, 174, 178, 180-184, 191, 198, 200, 202, 207, 219, 238-239, 243, 248, 250-252, 259, 266, 269-270, 279, 286-289, 294, 299-301, 309, 313-314, 316, 322, 334,339, 358, 367, 372, 374-376, 379, 384-385, 392-393, 396, 417, 433, 446, 488, 553