Fanulia

Geschichte

Junge Jahre

Fanulia wurde im Jahr 2337 E.Z. als Tochter des Fürsten von Theladien in Tin Carat geboren. Sie wuchs gemeinsam mit ihrem um vier Jahre älteren Bruder Faunuil im Fürstenpalast auf. Faunuil spielte sich häufig als Beschützer seiner Schwester auf, was dieser sehr gefiel. So bekam sie wenig von den Machenschaften des Blutschattenkultes, die fortwährend die Herrschaft ihres Vaters gefährdeten. Nachdem der Zweite Krieg zwischen Erbarior und Lau-Onn im Jahr 2342 E.Z. zu Ende ging, kehrte auch in Theladien Frieden ein und die Macht des Blutschattenkultes schwand. So verbrachte Fanulia eine einigermaßen glückliche Kindheit. Sie verließ Tin Carat nur selten, sah jedoch auch keinerlei Anlass dazu.

Verlobung

Vom Dritten Krieg zwischen Erbarior und Lau-Onn bekam Fanulia nur wenig mit, bis ihr Vater im Jahr 2354 E.Z. in einer Schlacht für den König fiel. Während ihr Bruder daraufhin den Thron des Fürsten bestieg, war es dessen bester Freund Trinaon, der Fanulia tröstete. Sie verliebte sich in diesen, gestand sich ihre Gefühle jedoch lange nicht ein. Erst im Jahr 2362 E.Z. sprach sie ihn darauf an und die beiden wurden ein Paar. Im Jahr darauf verlobten sie sich, doch ehe es zu einer Heirat kommen konnte, fielen Mursogi nach Theladien ein und Trinaon zog mit jenen, die gegen die Eindringlinge kämpften. Fanulia bangte in Tin Carat jeden Tag um das Leben ihres Verlobten. Erst als die Lage sich nach Recalions Tod und dem Rückzug des Heermeisters Daiwanir verschlechterte, kehrte Trinaon nach Tin Carat zurück. Zwar war Fanulia glücklich, ihn wiederzusehen, doch hatte er meist nur die Verteidigung der Stadt im Sinn. Sie half ihm, so gut sie konnte, bei seinen Pflichten, wünschte sich zugleich jedoch, den Krieg mit ihrem Verlobten hinter sich zu lassen. Als Tin Carat dann von den Mursogi belagert wurde, starb Trinaon in der Schlacht und Fanulia war am Boden zerstört.

Ernennung zur Fürstin

Nur wenige Tage nach ihrem Verlobten verlor Fanulia auch ihren Bruder, als dieser bei einem Ausfall von Omrunas getötet wurde. Als nächste Verwandte Faunuils ging die Fürstenwürde an sie weiter und ihrer Trauer zum Trotz tat sie ihr Bestes, die Stadt zu verteidigen, bis diese von Rexian befreit wurde. Gab sie sich in dessen Gegenwart noch als pflichtbewusste Fürstin, die all seine Befehle ausführte und seine Ratschläge befolgte, hatte sie in Wahrheit jeden Lebenswillen verloren. Nach Rexians Abreise zog sie sich in ihren Thronsaal zurück und verließ diesen kaum einmal. Gäste empfing sie nur mehr selten, die meisten ihrer Pflichten gab sie an ihre Untergebenen weiter. Als Naron nach Tin Carat kam, lud sie ihn ein, doch war ihre Trauer zu dieser Zeit schon so stark, dass sie in dessen Gegenwart einen Selbstmordversuch unternahm. Nur Narons Diener Bormias konnte verhindern, dass sie den Schönen Tod zu sich nahm. Dessen Geschichte rüttelte sie schließlich auf. Da Naron erkannte, dass Bormias Fanulia aus ihrer Trauer helfen konnte, ließ er diesen bei ihr zurück. Die beiden kamen einander näher, doch erkannte Fanulia bald, dass es ihren neuen Freund belastete, dass er seinen Meister in die Schlacht hatte ziehen lassen. So beschloss sie, gemeinsam mit ihm nach Varuvils Wall zu reiten, wo sie das Heer des Königs mit ihrem Wissen unterstützte. Nur ungern ließ sie Bormias ziehen, als dieser mit einigen Arethéren ins feindliche Lager eindrang. Als sie erfuhr, dass dieser dort gefallen war, war sie außer sich vor Trauer. Mit eigenen Händen barg sie seine Leiche und hob ihm ein Grab aus.

Rückkehr nach Tin Carat

Nachdem sie Bormias beerdigt hatte, zog Fanulia sich in ihr Zelt zurück und verließ dieses nicht mehr. Wohl aber nahm sie an Narons Begräbnis teil, sah sie dies doch als ihre Pflicht gegenüber dem gefallenen Bormias an. Daraufhin kehrte sie mit Rexian nach Tin Carat zurück, wo sie weiterhin als Fürstin über Theladien herrschte. Zwar fand sie keine Freude daran, doch versuchte sie auch nicht mehr, ihrem Schicksal zu entgehen, sah sie dies doch als Verrat an Bormias an.


Persönlichkeit

Fanulia war ein sehr gefühlsvoller Mensch. Zwar konnte sie nach außen hin meist recht gut verbergen, was sie empfand, doch wurde sie oftmals innerlich von ihren Gefühlen zerfressen. Die Schicksalsschläge, die sie erdulden musste, trieben sie weit über die Grenzen der Verzweiflung hinaus beinahe in den Selbstmord. In Bormias fand sie jedoch einen Seelenverwandten, der sie lehrte, ihr Schicksal anzunehmen.


Erscheinung

Fanulia war eine große, schlanke Frau. Ihr langes Haar hatte sie meist zu vielen kleinen Zöpfchen verflochten. Ihre Augen waren von einem gräulichen Blau.


Erwähnung

  • DEDV: 401, 407-412, 415-417, 419, 571-572, 574-578, 582
  • DLDD: 8, 447