Linath

auch bekannt als: Grasländler

Geschichte

Besiedelung Althaims

Die Linath stammten wie die Nyktaren ursprünglich aus dem Land Kire im Nordwesten Losias. Beide Völker verließen die Lande ihrer Ahnen zu Beginn des Eisernen Zeitalters, da sich dort nach dem Fall des Umcalorion immer mehr Ungeheuer herumtrieben. Während die Nyktaren den Seeweg wählten, schlugen sich die Linath auf dem Landweg nach Osten durch, bis sie sich schließlich in Althaim an der Grenze zu Umenach niederließen. Dort lebten sie lange Jahrhunderte hindurch ungestört in Dorfgemeinschaften oder kleinen Königreichen, während die Macht Orvolors im Südwesten wuchs.

Ausbreitung nach Osten

Als Mureiya im Ersten Culmorier-Feldzug Umenach unterwarf, machte sie auch vor Althaim nicht halt. Die Linath hatten ihr wenig entgegenzusetzen, waren sie doch kein kriegerisches Volk. So verbrachten sie viele Jahrzehnte unter der Knechtschaft der Culmorier, während diese Agomitur belagerten und fast ganz Orvolor eroberten. Da mit Mureiyas Tod im Jahr 666 E.Z. die meisten Culmorier nach Orvolor abzogen, um dort über ihre Nachfolge zu entscheiden, gelang es den Linath ihr Joch abzuwerfen. Für viele von ihnen hatte Althaim jedoch seine Unschuld verloren, sodass sie sich entschlossen, weiterzuziehen. In der Folge breiteten sich die Linath nach Osten, über die vom Großen Waldbrand zerstörten Lande aus, besiedelten aber auch Theladien und Guilar. So kam es, dass die Linath sich im Südwesten mit den Orvolori und Auvaganern vermischten, im Norden mit den Vanriern und im Osten mit den Nyktaren, die sich in Nyktaven niedergelassen hatten.

Jüngere Geschichte

Als Xerónos im Jahr 1176 E.Z. das Königreich Erbarior gründete, hatten sich die Linath bereits über alle Gebiete des späteren Großreiches verbreitet. Im Laufe der Jahrhunderte fielen immer mehr Ländereien an Erbarior, sodass dieses sich nach der Eroberung Althaims über das gesamte Siedlungsgebiet der Linath erstreckte. Als Althaim an die Aurokanisa fiel und diese im Jahr 2059 E.Z. das Königreich Lau-Onn gründeten, flohen die meisten Linath von dort nach Erbarior. Auch im vierundzwanzigsten Jahrhundert des Eisernen Zeitalters bestand noch ein Großteil des Volkes von Erbarior aus Linath.


Erscheinung

Aussehen

Die Linath waren verhältnismäßig große Menschen. Sie hatten meist kantige, scharf geschnittene Gesichter und große Augen von grüner bis blauer Farbe, wobei durch die Vermischung mit den Auvaganern auch braune Augen keine Seltenheit waren. Das Haar der Linath war für gewöhnlich blond und nicht selten gelockt.

Kleidung

Frauen trugen bei den Linath meist lange Kleider, Männer Hemd und Hose. Gefärbte Kleidung war ein Zeichen von Wohlstand. Zudem verwendeten die Linath häufig Schmucksteine und Verzierungen aller Art.


Gesellschaft

Allgemein

Die Gesellschaft der Linath war vom Gedanken der Gleichheit geprägt. So war ein König oder Adeliger nicht mehr wert als der Geringste aus dem gewöhnlichen Volk. Durch die Einflüsse der Auvaganer änderte sich diese Anschauung im Laufe der Jahrhunderte in Erbarior, während sie in Althaim größtenteils erhalten blieb. Gefühle hatten einen großen Stellenwert bei den Linath, sie zu unterdrücken galt als falsch. Treue wurde sehr hoch geschätzt, Verrat schwer bestraft.

Umgangsformen

Die Linath hingen einer herzlichen Höflichkeit an. Sie waren sehr gastfreundlich, Fremden gegenüber ebenso wie dem eigenen Volk. Zur Begrüßung war ein Handschlag üblich, um dem Gegenüber zu zeigen, dass man keine Waffe in der Hand hielt.

Bildung

Bildung hatte bei den Linath zunächst einen eher geringeren Stellenwert. Mündliche Überlieferung wurde schriftlicher vorgezogen. So konnten nur wenige Linath schreiben oder lesen. Auch dich änderte sich durch den Einfluss Auvagans.

Essgewohnheiten

Die Linath lebten zu einem großen Teil von Ackerbau, weshalb Feldfrüchte und vor allem Getreide ihre Küche bestimmten. Dazu kam das Fleisch von Rindern, Schweinen oder Schafen. Außerdem sprachen die Linath sehr gerne Wein und Bier zu, wobei die Erbaren Wein bevorzugten, in Althaim und den südlichen Fürstentümern jedoch mehr Bier getrunken wurde.

Glaube und Brauchtum

Verehrten die Linath zunächst noch die Götter des Nordens, denen in Kire gehuldigt wurde, verwandelten sich diese nach der Ankunft in Althaim über mehrere Jahrhunderte in die Wiesengötter. Zwar nahmen bereits vor der Gründung Erbariors viele Linath den Glauben an die Sieben Wahren Götter an, doch hielten sich die Wiesengötter insbesondere in den ländlicheren Gegenden des Reiches.

Verschiedene Bräuche

Anlässe

  • Hochzeit

Da die Linath ein sehr gefühlvolles Volk waren, spielten diese auch in der Eheschließung eine große Rolle. Geheiratet wurden zunächst nur aus Liebe. Hochzeiten fanden im Kreis der Familie im eigenen Haus statt, die Trauung wurde von einem Priester vorgenommen.

  • Tod

Nachdem sie sich von Kire und dem Meer abgewandt hatten, begruben die Linath ihre Toten in der Erde. Feuerbestattungen waren selten, lebten die Linath doch meist in Gegenden, in denen es nur wenig Brennholz gab.


Wirtschaft und Handel

Die meisten Linath waren fleißige Bauern, Handwerker und Hirten. Da sie Fremden gegenüber sehr offen waren, handelten sie mit allen Völkern, die dies wünschten. Viele Linath reisten auch als fahrende Händler umher.


Kunst

Die Kunst des Gesanges wurde bei den Linath am höchsten geschätzt, es gab aber auch sehr begabte Holzschnitzer. Die Schmiede der Linath waren eher grob, mit Stein wussten die meisten nichts anzufangen.