Lurano

Geschichte

Junge Jahre

Lurano wurde im Jahr 2289 E.Z. in Amrian als Sohn der Almári Laminas und Myrene geboren. Da seine Eltern eng mit Molvon, dem König von Amrian befreundet waren, wuchs Lurano im Königspalast auf. Als er ein Jahr als war, erhielten seine Eltern die Nachricht, dass ein Freund seines Vaters aus dessen Zeit bei der Stahlrose verschwunden sei. Die beiden ließen ihren Sohn in der Obhut Molvons und dessen Gattin Fulméa zurück und brachen auf, um nach ihrem Freund zu suchen, kehrten jedoch nicht wieder. Daher nahm das Königspaar, das selbst seit Jahren kinderlos war, den kleinen Lurano an Sohnes statt bei sich auf und Molvon ernannte ihn kurzzeitig sogar zu seinem Erben.

Lurano und seine Geschwister

Im Jahr 2292 E.Z. gebar Fulméa dann doch einen Sohn – Malvios. Lurano war zu der Zeit bereits drei Jahre alt und kümmerte sich rührend um seinen Bruder. Die beiden waren bald unzertrennlich. Daran änderte sich auch nichts, als Fulméa im Jahr 2295 E.Z. erneut schwanger wurde und eine Tochter mit dem Namen Mesaméa gebar. Sowohl Lurano als auch Malvios liebten ihre Schwester über alles. Lange Zeit war Luranos Kindheit in Amrian unbeschwert. Als Fulméa jedoch im Jahr 2297 E.Z. im Zuge ihrer dritten Schwangerschaft starb, war Lurano – gerade einmal acht Jahre alt – am Boden zerstört. Als ältester tat er dennoch sein Bestes, um seinen Geschwistern und seinem Ziehvater Trost zu spenden. Menor, Fulméas letztes Kind, überlebte den Tod seiner Mutter zwar, doch war seine Geburt von dunklen Vorzeichen begleitet. Auch Lurano erschauderte, als sein Blick das erste Mal auf seinen jüngsten Bruder fiel. Dennoch gab er sein bestes, diesen genauso zu lieben, wie die anderen beiden.

Almarisches Erbe

Im Jahr 2304 E.Z. kam Laralmar nach Amrian. Lurano hatte bisher nicht gewusst, dass er nicht Molvons leiblicher Sohn war und zu allem Überfluss auch noch almarisches Blut in den Adern trug. Erst durch Laralmar, der ein Freund seines Vaters gewesen war, erfuhr er von seinem Erbe. Laralmar bot ihm an, ihn in Agomitur in den Heiligen Künsten auszubilden. Malvios und Mesaméa, in denen er dieselbe Kraft entdeckte, machte er dasselbe Angebot. Während Mesaméa sogleich ablehnte, fanden Lurano und Malvios Gefallen an der Vorstellung, die Heiligen Künste ausüben zu können. Molvon jedoch verbot ihnen dies, hielt er sie doch für zu jung, um sie ziehen zu lassen. Die beiden fügten sich dem Urteil ihres Vaters und so zog Laralmar einstweilen unverrichteter Dinge von Dannen. Während Malvios nun zum Thronfolger erzogen wurde, blieb Lurano als sein Bruder und Freund an seiner Seite. Der Traum von den Heiligen Künsten verschwand jedoch nie aus seinem Herzen. So wuchsen Molvons Kinder zu stattlichen Jugendlichen heran. Einzig Menor entwickelte sich mehr und mehr zu einem Ärgernis. Wieder und wieder versuchte Lurano ihn auf den rechten Weg zurückzuführen, doch Menor schloss sich den Anhängern des Herrn der Finsternis an und floh nach einem Streit mit seinem Vater aus Amrian. Als er nach einem Jahr zurückkehrte, zeigte er sich verändert. Einzig Lurano durchschaute ihn, sah er doch den Schatten, der auf Menors Gemüt lag. Freilich sprach er seinen Ziehvater darauf an, doch wollte dieser nichts davon hören. Nicht zuletzt Menors wegen begann Lurano wieder verstärkt über die Heiligen Künste nachzudenken. In ihnen glaubte er eine Möglichkeit zu sehen, seinen Bruder vom Schatten befreien zu können. Malvios stimmte ihm zu.

Menors Verrat

Nun war Lurano bereits sechsundzwanzig Jahre alt und Malvios dreiundzwanzig. So baten die beiden ihren Vater erneut, bei Laralmar lernen zu dürfen. Ungern ließ dieser sie ziehen, doch wollte er seine erwachsenen Söhne nicht mit Gewalt zurückhalten. Doch es kam anders. An dem Tag, an dem Lurano mit Malvios nach Agomitur aufbrechen wollte, starb Molvon plötzlich und unerwartet. Daraufhin versuchte Menor, die Macht in Amrian an sich zu reißen, wenngleich er nur an dritter Stelle der Erbfolge stand. So kam es zum Zerwürfnis zwischen den Geschwistern. Während Mesaméa sich aus dem Streit heraushielt, schlug Lurano sich sogleich auf Malvios‘ Seite. Gemeinsam gelang es den beiden Menors Anhängerschaft zu zerschlagen und deren Anführer selbst gefangen zu nehmen. Wohl gab es viele Gerüchte, Menor selbst hätte seinen Vater getötet. Obwohl auch Lurano diese nicht abtun konnte, hatte er doch Mitleid mit seinem Bruder. So bat er Malvios, Menor nicht mit dem Tode zu bestrafen. Malvios fügte sich, wie so oft seinen Wünschen, und verbannte Menor aus Amrian.

Beginn der Ausbildung

In der Folge wollte Lurano freilich bei Malvios bleiben, der als Erbe seines Vaters den Thron von Amrian besteigen musste. Doch schickte Malvios ihn fort, wollte er doch, dass zumindest einer von ihnen gemeinsamen Traum wahr machen konnte. Nach langem Hin und Her gab Lurano nach und zog allein nach Agomitur. Um dorthin zu gelangen, musste er das vom Krieg zerrissene Lau-Onn durchqueren. Die Gräuel, die er dort sah, prägten ihn nachhaltig und bestärkten ihn zugleich in seinem Vorsatz, die Heiligen Künste zu erlernen, glaubte er in ihnen doch die Macht zu sehen, derartige Übel zu verhindern. In Agomitur angelangt traf er auf Laralmar, der sogleich mit seiner Ausbildung begann. Dort schloss Lurano auch Freundschaft mit vielen anderen Almári. Er bemerkte jedoch schnell, dass die Ausbildung bei Laralmar nicht das war, was er sich vorgestellt hatte. Er verbrachte viele Stunden in der Bücherei, um scheinbar unwichtige Dinge für seinen Meister nachzuschlagen und lernte nur wenig über die Anwendung der Künste.

Tod der Geschwister

Zwei Jahre vergingen, bis Lurano sich entschloss, seine Geschwister in Amrian zu besuchen. Der Krieg zwang ihn zu großen Umwegen, doch hatte er sich in Agomitur bereits heimlich einige nützliche Fähigkeiten erworben, die Laralmar ihn zu lehren noch nicht bereit gewesen war. So gelangte er unbemerkt über das Gebirge. Nördlich von Amrian griffen ihn einige Soldaten seines Bruders auf. Der nahe Krieg hatte vielerlei Räuber und Plünderer angezogen und Lurano wirkte nicht gerade unverdächtig. Die Soldaten setzten ihn fest und ließen ihn nicht weiterziehen, erlaubten ihm aber, eine Nachricht nach Amrian zu schicken. Malvios und Mesaméa waren hoch erfreut, als sie von seiner Ankunft erfuhren und ritten ihm sogleich entgegen. Ehe die beiden jedoch auf Lurano stießen, wurden sie von Räubern überfallen. Mesaméa starb dort durch einen Pfeil aus dem Hinterhalt. Als Lurano hinzukam, war es bereits zu spät. Malvios nahm die Verfolgung der Räuber auf und tötete jeden einzelnen von ihnen. Dort erlitt auch er vermeintlich den Tod. Nur eine verbrannte Leiche wurde gefunden, die sein Schwert trug. Lurano war daraufhin am Boden zerstört, gab er sich doch die Schuld am Tod seiner Geschwister. Er brachte Mesaméas Leiche und den Körper, den er für den seines Bruders hielt nach Amrian zurück, wo beide in der Gruft ihrer Eltern begraben wurden. Unruhen brachen in der Stadt aus, waren doch alle Kinder Molvons gestorben. Manche wollten nun Lurano auf dem Thron sehen, doch dieser sprach sich selbst jedes Recht darauf ab. Stattdessen half er Malvios‘ Vetter Walanir den Thron zu besteigen. Danach kehrte er nach Agomitur zurück.

Reisen mit Laralmar

Die nächsten beiden Jahre verbrachte Lurano damit, so viel über die Heiligen Künste zu lernen, wie er nur konnte. Wieder und wieder dachte er über einen Weg nach, seine Geschwister vom Tod zurückzuholen, doch musste er erkennen, dass dies nicht möglich war. Laralmar erzählte ihm von den Dunklen Künsten und dem falschen Versprechen, mit dem sie lockten. Als Lurano einsah, dass ein Leben, das genommen worden war, nicht wieder gegeben werden konnte, nahm sich er fest vor, jedes Leben zu bewahren, wann immer es ihm möglich war. Gerade als er wieder unruhig wurde, nahm Laralmar ihn mit auf eine Reise nach Umar Enor. Es war seinem Meister nämlich zu Ohren gekommen, dass sich Nelamis' Armschienen im Besitz des wahnsinnigen Königs Hol befanden. Umar Enor befand sich in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand, denn eine Gruppe Aufständischer hatte sich gegen den König aufgelehnt. Lurano wurde Zeuge, wie der junge Narvanros den König stürzte. Während Laralmar die Armschienen an sich nahm, wegen derer er die Reise unternommen hatte, freundete sich Lurano mit Narvanros an, der ebenfalls von Trauer und Schuldgefühlen geplagt wurde. Die beiden trösteten einander und eine Weile begleitete Narvanros die beiden Almári. Dann entschloss sich Laralmar, nach vielen Jahren zu seiner Zuflucht auf der Insel der Trugbilder zurückzukehren. In Havalan trennten sich die beiden Almári von Narvanros, ehe sie über den Heulenden Pass zu Laralmars Sitz gelangten. Auf der Insel inmitten des Flusses Amnua verbrachte Lurano die nächsten zwanzig Jahre mit dem Erlernen der Heiligen Künste. Immer wieder begleitete er seinen Meister auf Reisen nach Dewodios, Eldalon oder Nyktaven, bisweilen auch in den Süden. Einmal verschlug es die beiden auf der Suche nach mächtigen Gegenständen sogar nach Scharra Kruraz und in die Lande der Mursogi. Auf diesen Reisen schloss Lurano unzählige Bekanntschaften – unter anderem mit dem Abenteurer Erun aus Reruwalt. Im Jahr 2341 E.Z. schickte Laralmar seinen Schüler dann zum ersten Mal allein auf Reisen, um einen Gegenstand aus Orvolor zu beschaffen. Auf dem Weg nach Süden traf Lurano da erneut auf Narvanros und stellte mit Verwunderung fest, dass dieser ein kleines Kind bei sich hatte. Dies war das erste Mal, dass Lurano auf Naron traf. Auch in den folgenden Jahren war Lurano oft in den Außenlanden unterwegs und tat sich hin und wieder mit Narvanros zusammen. Im Zuge dessen schenkte er Naron im Jahr einen almarischen Dolch. Auch die folgenden Jahre verbrachte Lurano zumeist auf Reisen, mal mit seinem Meister, mal allein. Immer wieder kehrte er zur Insel der Trugbilder zurück, die wie eine Art Heimat für ihn geworden war. Auch Dewodios war ein Ort, an dem er häufig zu finden war, war sein Meister doch an Raruonors Hof ein gern gesehener Gast. Dort lernte er im Jahr 2351 E.Z. den jungen Prinzen Rexian von Erbarior kennen. Als Raruonor den Dritten Krieg zwischen Erbarior und Lau-Onn im Jahr 2356 E.Z. beendete, war Lurano mit Laralmar an seiner Seite. Danach verschlug es ihn ein weiteres Mal in den Süden.

Die Offenbarung des Orleas

Im Jahr 2363 E.Z. weilte Lurano gerade auf der Insel der Trugbilder, als ihn wie auch seinen Meister und viele andere Almári ein Traum von der Wiederkehr der Morgenlosen Dunkelheit und der Offenbarung des Orleas ereilte. Sogleich brachen die beiden nach Agomitur auf, wo alsbald der Rat der Sieben zusammentrat, um den Inhalt des Traumes zu besprechen. Man versuchte die Offenbarung zu ergründen und stieß dabei auf die Erwähnung der Schlüssel des Voréos. Obwohl niemand so genau wusste, worum es sich dabei handelte, machten sich viele Almári auf die Suche nach Hinweisen. Lurano wurde von Laralmar nach Xerdon geschickt, um dort Nachforschungen anzustellen. Dies geschah nicht ohne Grund, denn etwa zur selben Zeit waren Mursogi von Norden her nach Erbarior eingefallen und Laralmar glaubte dahinter eines der Vorzeichen der Offenbarung zu sehen.

Jagd nach Rexian und den Schlüsseln

Während Lurano nun in Xerdon weilte, drang eine Gruppe Mursogi in den Königspalast ein und entführte Rexian, der erst wenige Monate zuvor zum König gekrönt worden war. Einer Eingebung folgend heftete sich Lurano an die Fersen der Entführer und verfolgte sie über das Mondgebirge durch den Wald der Verfluchten bis in die Nähe von Tolrach. Dort holte er sie schließlich ein und befreite Rexian. Zugleich erfuhr er, als er die Mursogi belauschte, von etwas, das ihr Anführer in Trinatia suchte. Folgerichtig nahm er an, dass es sich dabei um einen der Schlüssel handelte. Er überließ Rexian der Obhut des Schmiedes Tormos, eines Freundes, um sich sogleich auf den Weg nach Trinatia zu machen. Der König weigerte sich jedoch, in Tolrach zu bleiben. So ritt Lurano also zunächst nach Reruwalt, um dort Ausschau nach jemandem zu halten, der sich Rexians annehmen würde, hatte er doch gehört, dass Narvanros sich dort niedergelassen hatte. Da Narvanros mittlerweile ein alter Mann war, bot dessen Ziehsohn Naron an, sich um den König zu kümmern. Nachdem er Rexian bei Naron in guten Händen wusste, brach Lurano selbst nach Trinatia auf. In der Nähe der Silberberge bemerkte er ein großes Heer von Mursogi, das sich rüstete, um Erbarior anzugreifen. In Trinatia selbst fand er niemand anderen als seinen verbannten Bruder Menor, der sich nun Omrunas nannte, und sich als Drahtzieher hinter Rexians Entführung offenbarte. Omrunas enthüllte ihm, dass Rexian einen der Schlüssel des Voréos trug. Er bot Lurano zum Schein die Freundschaft an, ehe er ihn einsperren ließ. Lurano befreite sich sogleich, sah jedoch keine Möglichkeit, seinen Bruder zu verfolgen. Daher entschloss er sich, stattdessen dem Rat der Sieben Bericht zu erstatten, um sich danach mit Naron und Rexian in Xerdon zu treffen. Er ritt nach Norden über den Althorn-Pass nach Lau-Onn, wo er Denan-Nyo traf. Der König von Lau-Onn zeigte sich besorgt, hatte er doch bemerkt, dass die Erbaren die Festungen an der Grenze seines Reiches wieder in Stand setzten. Er fürchtete einen weiteren Krieg mit Erbarior und stellte Lurano daher zwei TurnduraDalor-Nyo und Daren-Nyo – auf seinem Weg nach Xerdon zur Seite, die dort nach dem Rechten sehen sollten. In Begleitung der beiden Turndura begab sich Lurano zunächst nach Agomitur, um dann sogleich weiter nach Ertanien zu reisen. Dort hielt er einige Tage vergeblich nach Naron und Rexian Ausschau, ehe er auf Drängen seiner Begleiter weiter nach Xerdon ritt. Da vom König immer noch jede Spur fehlte, hatte mittlerweile der Heermeister Daiwanir die Macht in Erbarior an sich gerissen, der einem Krieg mit Lau-Onn nicht abgeneigt war. Lurano sah die große Gefahr für den Frieden und sandte die Turndura sofort nach Lau-Onn zurück, um ihren König so gut es ging zu beschwichtigen. Währenddessen brach er selbst nach Süden auf, um die Straße nach Naron und Rexian abzusuchen. Schließlich fand er die beiden in Olemiere.

Rexians Rückkehr

Im Haus des Almars Unairael erfuhr Lurano, dass Naron einen der Schlüssel trug, entschied sich zunächst jedoch dafür, Rexian dabei zu helfen seinen Thron zurückzuerobern. Da dies nicht ohne Rexians Vetter Poredios gelingen konnte, wurde Pairot, ein Begleiter des Königs, nach Auvagan gesandt. Lurano brach mit Naron und Rexian nach Xerdon auf. In den Stillen Hügeln trafen die drei auf Rexians Kindheitsfreund Krinoin, der sie in Rüstungen des erbarischen Heeres hüllte, um ihnen Zugang zur Hauptstadt zu verschaffen. In Xerdon angekommen ließen sich die drei im Gasthaus 'Zum Trunkenen König' nieder, um dort auf Poredios zu warten. Während Lurano das Gasthaus verließ, um Neuigkeiten einzuholen, drangen Naron und Rexian ohne sein Wissen in den Palast ein. Da die beiden nicht zurückgekehrten, blieb ihm nichts anderes übrig, als allein auf den Vetter des Königs zu warten. Da das Gasthaus aber mitten in der Nacht von den Söhnen der Gruft gestürmt wurde, musste Lurano die Flucht ergreifen. Er wartete in der Nähe des Gasthauses bis zum Morgengrauen und traf dort auf Poredios, der mit Pairot und Rexians Schwester Reméa gekommen war. Die vier machten sich sofort auf den Weg zum Palast, wo sie auf Naron und Rexian trafen, die gerade von den Söhnen der Gruft abgeführt wurden. Lurano befreite seine Freunde unter Einsatz der Heiligen Künste aus der Gewalt ihrer Feinde. Gemeinsam überführten sie den Heermeister des Verrats und besiegten dessen Untergebene im darauffolgenden Handgemenge. Als Rexian dann wieder auf seinem Thron saß, entschied Lurano, dass es an der Zeit sei, dem Rat der Sieben erneut Bericht zu erstatten. Er ließ Naron mit dem Schlüssel in Xerdon zurück, bat ihn jedoch dort auf seine Rückkehr oder zumindest eine Nachricht von ihm zu warten. Die nächsten Monate verbrachte Lurano in Agomitur, wo er auf eine Entscheidung des Rates wartete. Dort ereilte ihn schließlich die Nachricht, dass der Krieg gegen die Mursogi durch Omrunas‘ Tod ein Ende gefunden habe, Naron jedoch in einer Schlacht gefallen sei. Entsetzt machte sich Lurano auf den Weg nach Xerdon, um herauszufinden, ob die Gerüchte der Wahrheit entsprachen. Dort traf er auf einen gebrochenen Rexian, der ihm erzählte, was geschehen war. Zugleich überreichte der König Lurano zwei der Schlüssel, die er in Omrunas‘ Lager gefunden hatte. Trauer bemächtigte sich Luranos, doch ging er dennoch seiner Pflicht nach und brachte die Schlüssel nach Agomitur, um sie dem Rat der Sieben zu übergeben.

Die Zeit der Vorzeichen

Lange Zeit verweilte Lurano nun in Agomitur, wo er seinem Meister dabei half, das Wesen der Schlüssel zu ergründen. Im Jahr 2366 E.Z. begannen sich die Gerüchte zu mehren, dass Naron von den Toten zurückgekehrt sei. Die Almári sahen darin ein Vorzeichen aus der Offenbarung des Orleas. Ehe der Rat der Sieben zu einem Entschluss kommen konnte, was mit den Schlüsseln zu tun sei, wurden diese gestohlen. Freilich machten sich sofort einige Almári auf die Suche nach dem Dieb. Lurano verließ Agomitur ebenfalls mit seinem Meister. Die beiden wussten wohl, dass die beiden anderen Schlüssel im Besitz von Rexian waren, der sich auf den Weg zu einem Friedensfest in Vanrania gemacht hatte. Während Laralmar nun auf die Insel der Trugbilder zurückkehrte, schickte er Lurano zum Friedensfest, um ein Auge auf Rexian und dessen Schlüssel zu haben. Am Ufer der Amnua traf Lurano auf das Gefolge des Königs, unter dem – zu seiner Überraschung – tatsächlich auch der von den Toten wiederauferstandene Naron war. Um dem Auftrag seines Meisters nachzukommen, aber auch um seine eigene Neugier zu befriedigen, schloss er sich dem Zug an. Bei dem Friedensfest, das Raruonor ausgerichtet hatte, traf Lurano neben vielen anderen Gesandtschaften aus aller Herren Länder auch erneut auf Dalor-Nyo und Daren-Nyo aus Lau-Onn. Er erkannte schnell, dass das Fest nur ein Vorwand des Großkönigs von Vanrania war, um ein Bündnis zwischen den anwesenden Mächten auszuhandeln. Dabei wurde nicht zuletzt auf Luranos Wunsch hin auch auf die Offenbarung des Orleas und die Schlüssel eingegangen, doch wie zuvor der Rat der Sieben kamen auch die anwesenden Könige und Herrscher zu keinem Schluss. Als Naron eines Nachts von einem Meuchelmörder angegriffen wurde, machte Lurano sich auf die Suche nach diesem. Alles sprach dafür, dass der Angreifer ein Culmorier war und allem Anschein nach auch ein Culmorier hinter dem Diebstahl der Schlüssel steckte. Lurano hatte sogleich Horonchor in Verdacht, der nach Omrunas‘ Ableben dessen Werk fortführte. Ehe er jedoch den Drahtzieher hinter dem Anschlag aufdecken konnte, griff Raruonors Sohn Rarinos gewaltsam nach der Macht. Obwohl es Lurano gelang einigen anderen die Flucht aus Dewodios zu ermöglichen, machte er sich doch schwere Vorwürfe, da es ihm nicht gelang, den Großkönig vor dem Tod zu bewahren. Auf der Flucht vor Rarinos‘ Häschern starb schließlich auch Narons Geliebte Ardivia, der Lurano nur noch ein schönes Grab bereiten konnte. Naron versank dabei in so große Trauer, dass er den Schlüssel wegwerfen wollte, den er trug. Lurano nahm den gefährlichen Gegenstand zur Verwahrung an sich. Gemeinsam mit Naron, Rexian, Dalor, Daren und Raruonors Tochter Sagila reiste er daraufhin nach Ronarsal, wo eine gewaltige Enthüllung auf ihn wartete. Der Sänger Saphyros, der dort zugegen war, gab sich nämlich als sein totgeglaubter Bruder Malvios zu erkennen. Inmitten dieser dunklen Zeit erfüllte dieses Wiedersehen Lurano mit großer Freude. Allerdings war dieses Gefühl von kurzer Dauer, da Ronarsal noch in derselben Nacht von feindlichen Truppen angegriffen wurde. Während den anderen die Flucht gelang, blieb Lurano zurück, als er vergeblich versuchte, Siginis, der Prinzessin von Ronarsal zur Hilfe zu eilen. Dabei wurde er in einen Kampf mit einem Culmorier verstricht, der ihm eröffnete, dass niemand anderes als Naron den Herrn der Finsternis auf der Insel des Endes befreien würde. Lurano glaubte dem Feind freilich nicht, doch nagten diese Worte an ihm. Mit Glück – wie ihm schien – entkam er aus Ronarsal und machte sich auf die Suche nach Naron. So gelangte er zum Heim seines Meisters, wo er erfuhr, dass Naron und die anderen nach Nyktaven gereist waren, um die Schlüssel in die Hände der Götter zu übergeben. Umso größer wurden da Luranos Zweifel, umso drängender das Bedürfnis, Naron zu finden. Laralmar begleitete ihn, als er die Verfolgung aufnahm, denn auch den älteren Almar hatte eine dunkle Vorahnung ergriffen. Als Lurano in Nyktaven erfuhr, dass ein Schiff die Überfahrt zur Insel des Endes gewagt hatte, wurde ihm klar, dass der Culmorier nicht gelogen hatte. Laralmar wandte sich sofort an Ighnir, den Fürsten, der über die Stadt herrschte. Es bedurfte einiger Überredung, doch schließlich lenkte der Fürst ein und ließ seine ganze Flotte auslaufen. Während Laralmar beim Fürsten blieb, bestieg Lurano selbst eines der Schiffe und führte es zur Insel, wo er auf Naron traf, der soeben dabei war, das Siegel zu öffnen, mit dem der Herr der Finsternis gebunden war. Es stellte sich heraus, dass Naron Lurano für Horonchor gehalten hatte und aus Unwissenheit heraus handelte. Im selben Augenblick benetzte Malvios, der wahre Horonchor, das Siegel mit Luranos Blut, das dazu nötig war, das Siegel zu brechen. Daraufhin verwickelte Lurano seinen Bruder in einen Kampf, unterlag jedoch trotz Narons Hilfe, sodass er schlussendlich nur mehr tatenlos dabei zusehen konnte, wie der Herr der Finsternis vom Himmel herabstieg.


Persönlichkeit

Lurano wurde von dem Bedürfnis angetrieben, anderen zu helfen. Seine Haltung war von dem Grundsatz geprägt, dass jedes Leben wertvoll ist. Daher griff er selbst in einem Kampf auf Leben und Tod stets auf Mittel zurück, die seine Gegner nicht übermäßig verletzten. Er wollte die Welt mit Hilfe der Heiligen Künste zu einem besseren Ort machen. Aus diesem Grund neigte er dazu, sich zu viel vorzunehmen und gehetzt von einem Ort zum anderen zu eilen. Zudem verlangte er seinem Körper oft Mühen ab, die ein gewöhnlicher Sterblicher nicht ertragen hätte können. So blieb er oft wochenlang wach und aß sehr wenig. Seine Gefühle hatte Lurano meist gut im Griff und er ließ sich nur selten eine ungewollte Regung anmerken. Für einen Almar war Lurano sehr ungeduldig. So hasste er es etwa, in alten Überlieferungen stöbern zu müssen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, vom Gegenstand des Gespräches abzuschweifen und Berichte sehr in die Länge zu ziehen. Lurano war wie die meisten Almári nicht gläubig. Er glaubte nicht an die Götter, er wusste, dass es sie gab, sah jedoch keinen Sinn darin, sie anzubeten.


Erscheinung

Lurano war verhältnismäßig groß und schlank. Sein Gesicht war trotz seines Alters jugendlich und ebenmäßig. Seine Augen waren grün. Das braune Haar trug er schulterlang. Sein bloßer Körper war von einem sanften Schein umgeben. Luranos Stimme wurde von den meisten Menschen als sehr angenehm und wohlklingend empfunden. Lurano trug meist abgetragenes Reisegewand, da er keinen großen Wert auf Kleidung legte. Darüber hüllte er sich in einen Umhang aus einem besonderen Stoff, der ihn bei jedem Licht mit der Umgebung verschmelzen ließ. Vor dem Kampf gegen Horonchor erhielt er zudem den Drachenanhänger seiner Vorfahren, den er von da an um den Hals trug.


Besondere Fähigkeiten

Lurano erhielt in Amrian die Ausbildung eines Prinzen. Er lernte lesen, schreiben und rechnen, aber auch Geschichte und Redekunst, sowie verschiedene Wissenschaften und Künste. Wie es in den meisten Adelshäusern üblich war, lernte er auch die Sprache der Gelehrten. Er drückte sich stets sehr gewählt aus. Der Umgang mit Waffen und das Reiten wurden ihm ebenfalls in Amrian beigebracht. In Agomitur wurde er dann schließlich in den verschiedenen Richtungen der Heiligen Künsten unterrichtet. Auch die Heilige Sprache erlernte er dort. Laralmar führte seine Ausbildung auf der Insel der Trugbilder fort, jedoch erwies sich Lurano als alles andere als gelehrig. Worin Lurano unter anderen Almári hervorstach, war seine Fähigkeit, die Heiligen Künste im Kampf einzusetzen. Dabei verließ er sich vor allem auf Druckwellen und Lichtblitze, sowohl um Feinde zu betäuben als auch um sie zu blenden. Er konnte ebenfalls kleine Flammen oder Feuerbälle beschwören. Zudem konnte er sich durch die Heiligen Künste tagelang wachhalten. Die Heilkunst beherrschte er dagegen nur zu einem geringen Grad.


Erwähnung

  • DWS: 19-38, 40, 45-49, 51-72, 75-76, 79, 84, 86, 89, 111, 115-116, 128, 147, 170, 181-182, 197, 199, 226, 228, 265, 330-331, 338, 383, 388, 427, 446
  • DEDV: 22-23, 38-47, 49-62, 64-65, 67-74, 77-78, 82-84, 86, 88-89, 94-95, 97, 99-103, 105-106, 124, 144, 164-168, 171, 172, 174-175, 177-179, 182-186, 212, 214, 300, 313, 328, 360, 366, 397, 399, 471, 491, 495, 530, 549
  • DLDD: 112, 125, 132, 137, 158-165, 167-178, 180-181, 185-187, 189, 191-194, 197-198, 202, 207-217, 219, 222-226, 228-232, 239, 241-242, 244-246, 248-249, 252-253, 255-256, 258-259, 264-268, 272-280, 282-290, 292-302, 305-306, 308-318, 323-326, 328-331, 333-335, 337-340, 342-353, 355-364, 372, 374, 376-379, 381-384, 388-389, 391-395, 397, 399, 402-407, 409, 411, 413-414, 418, 430, 433, 439, 442-443, 446, 448-450, 480, 559, 582-583, 589-598