Mursogi

auch bekannt als: Snuks, Truzhun

Beschreibung

Aussehen

Die Mursogi waren aufrecht gehende Wesen mit zwei Armen und zwei Beinen. Ihre Gliedmaßen endeten in je fünf Fingern, die mit Krallen besetzt waren. Ihr Kopf war langgezogen und mit zwei Hörnern besetzt. Ihre Zähne waren spitz wie die von Raubtieren, was auch auf ihre vorrangige Ernährung Rückschlüsse zuließ. Mursogi besaßen keinerlei Haare oder Fell. Ihre Haut war zäh und wies meist eine helle graue bis dunkle schwarze Farbe auf. Sehr selten kamen auch weiße Mursogi vor. Die Augen von Mursogi waren zumeist rötlich, grau oder schwarz. Damit konnten sie in der Nacht hervorragend sehen, doch waren sie sehr empfindlich gegenüber dem Sonnenlicht. Ein ausgewachsener Mursog war für gewöhnlich nicht viel größer als fünf Fuß.

Geschlechterunterschiede

Obwohl nur die wenigsten Außenstehenden die beiden Geschlechter der Mursogi auseinanderhalten konnten, gab es doch große Unterschiede. Mursogkinder unterschieden sich mit Ausnahme ihrer Geschlechtsteile nicht voneinander. Ab einem Alter von acht Jahren begannen sich die Hörner männlicher Mursogi nach oben hin zu krümmen, während die von weiblichen sich nach unten bogen.  Zudem bildeten die Körper weiblicher Mursogi vier mehr oder weniger stark ausgeprägte Brüste aus. Da Mursogi oft Rüstungen und nie körperbetonte Kleidung trugen, fiel dies meist nicht weiter auf, sodass die Krümmung der Hörner im Alltag das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Geschlechtern blieb.

Fortbewegung

Mursogi bewegten sich wie Menschen auf zwei Beinen fort. Hin und wieder krochen sie auf allen vieren, wenn die Notwendigkeit es verlangte. Schwimmen konnten die meisten Mursogi nicht.

Besonderheiten

Mursogi konnten im Dunklen wesentlich besser sehen als Menschen. Zudem verfügten sie über einen ausgezeichneten Geruchssinn. Kälte und Hitze machten ihnen nichts aus.


Geschichte

Urzeit

Die Mursogi, die sich selbst Truzhun nannten, entstanden wie die Menschen irgendwann im Laufe des Blühenden Zeitalters im Süden der Welt. Anders als die Menschen wurden sie nie von den Göttern nach Tedéra eingeladen, da diese bis zum Ende des Heiligen Zeitalters nichts von ihnen wussten. Da die Mursogi am Aufstand der Menschen gegen die Götter beteiligt waren, wurden auch sie mit Sterblichkeit geschlagen, als das Steinerne Zeitalter begann. Die wenigen, die die Wirren zu Beginn des Zeitalters überlebten, sammelten sich in Zuurochor, einem Ödland im Norden Varunias, das sie fortan über viele Jahrtausende ihre Heimat nannten. Dort führten sie ein ärmliches Dasein. Die Sonne mieden sie alsbald, war sie ihnen doch viel zu grell und lebensfeindlich. Hatten sie die Nacht bereits zuvor dem Tag vorgezogen, begannen sie zu dieser Zeit das Licht nahezu zu hassen. Die Furcht vor den Göttern bestimmte ihr Dasein, sodass sie es bald nicht mehr wagten, ihr ödes Land zu verlassen. In kleinen Stämmen verteilt lebten sie in der Wüste, wo ein König über sie herrschte. Die Menschen mieden sie und hassten sie, gaben sie ihnen doch die Schuld an ihrer Verbannung aus dem Reich der Götter.

Wanderung nach Norden

Zu Beginn des Kupfernen Zeitalters breiteten sich die Mursogi zum ersten Mal über die Grenzen des Ödlandes von Zuurochor aus. Einige Stämme bevölkerten die Wälder im Süden, andere die Küsten im Osten. Ein großer Teil machte sich jedoch auf nach Norden, überquerte die Meerenge und erreichte das Festland Losias. Diese Mursogi folgten der Küste jahrelang nach Westen, fanden jedoch zunächst nichts als die Wälder der Ranchar, die sie mit großer Furcht erfüllten. Nach Jahrzehnten gelangten sie dann in das Tal der Emra, wo sie sich, obwohl dort schon Menschen lebten, niederließen. Da die Menschen zum größten Teil das Westufer des Flusses bevölkerten, siedelten sich die Mursogi am Ostufer an. Voréos, der dieses Land beherrschte, nahm sie freundlich auf, umso freundlicher, da er sah, wie genügsam sie waren. Sie nannten ihn Melyqnoz, verehrten ihn und waren dankbar für alles, was er ihnen gab. Da sie das Leben in der Ödnis gewohnt waren, ließen sie sich bald überall in jenen Landen im Norden von Voréos‘ Reich nieder, die vom Krieg der Flammen verheert worden waren. Dort wuchs ihre Zahl über die Jahrhunderte so stark an, dass es dort bald mehr Mursogi gab als auf der restlichen Welt. Voréos‘ Zuneigung zu den Mursogi führte dazu, dass sich die angespannte Beziehung zu den Menschen, die in seinem Reich lebten, noch verschlimmerte, entschied er in Streitfällen doch bald nur noch im Sinne der Mursogi. Auch Durmo begann die Mursogi zu schätzen, waren sie doch tüchtige und folgsame Krieger, die sich nicht scheuten, auch grausame Befehle auszuführen. Sie füllten die Reihen im Heer des Herrn der Finsternis, die durch den Verlust allzu vieler Mi Sarucho im Krieg der Flammen geblieben waren. Die Unruhen, die das Reich in den Jahren zuvor heimgesucht hatten, kamen mehr und mehr zum Erliegen, lernten die Menschen des Nordens die todesmutigen Mursogi doch zu fürchten.

Voréos und die Mursogi

Im Silbernen Zeitalter, als die Almári sich an der Westküste Losias ansiedelten, waren die Mursogi längst zum Rückgrat von Voréos‘ Heer geworden. Sie waren es auch, die für die erste Schlacht zwischen den Truppen des Herrn der Finsternis und denen der Neuankömmlinge verantwortlich waren. Als Räuber im Dienste Durmos überfielen sie immer wieder die Menschen des Tales der Emra, bis Kulmo ihnen Einhalt gebot und sie bis an den Oberlauf des Flusses zurückdrängte. In der darauffolgenden Schlacht bestanden Durmos Streitkräfte zum größten Teil aus Mursogi, doch hatten diese den Heiligen Künsten der Almári wenig entgegenzusetzen. Auch in den folgenden Gefechten und Kriegen kämpften die Mursogi in großer Zahl für den Herrn der Finsternis. Je mehr von ihnen starben, desto begieriger wurden die Überlebenden weiterzukämpfen. Sie dienten Voréos mit Freuden, sowie sie auch den Culmoriern dienten, die für ihn sprachen. Oft war das Verhältnis zwischen Mursogi und Culmoriern jedoch angespannt, handelten die Schwarzen Almári doch häufig aus Eigennutz und brachten ihren Untergebenen wenig Verständnis entgegen. Nach Voréos‘ Niederlage in der Belagerung von Murgunmor flohen die meisten Mursogi nach Nordosten. Als der Herr der Finsternis sich im Umcalorion niederließ, versammelten sie sich dort erneut um ihn. So waren sie in großer Zahl an der Seite all der Ungeheuer, die Voréos auf die Almári losließ. Überall dort, wo sie siegreich waren, ließen sie sich nieder, sodass gegen Ende des Silbernen Zeitalters überall in den gefallenen Reichen der Almári zu finden waren. Auch in der letzten Schlacht am Umcalorion kämpften und starben unzählige Mursogi.

Jüngere Geschichte

Nach Voréos‘ Sturz und seiner Gefangennahme zogen sich die Mursogi in den Norden zurück – in jene Lande, die ihnen von ihren siegreichen Feinden zugeteilt wurden. Dort lebten sie viele Jahrhunderte lang in kleinen Stämmen. Von den Landen der Menschen hielten sie sich fern, wagten sie es doch nicht, sich diesen ohne die schützende Hand Voréos‘ zu stellen. Viele sehnten die Wiederkehr des Herrn der Finsternis herbei, fanden sich jedoch nach und nach mit ihrem Dasein ab. Da niemand über sie herrschte, bekriegten sich die Stämme ständig untereinander. Auch als Omrunas kam, um sie unter seiner Herrschaft zu vereinen, folgten ihm nicht alle vorbehaltlos.


Lebensweise

Verhalten

Mursogi lebten meist in kleinen Stämmen. Selten gründeten sie auch größere Verbände wie Städte oder Reiche. Die meisten Mursogstämme waren sehr stark kriegerisch geprägt, wobei oft das Recht des Stärkeren galt. Eine Ausnahme bildeten bei den meisten Stämmen die Priester, die von allen gefürchtet wurden.

Ernährung

Seit dem Heiligen Zeitalter ernährten sich die Mursogi vorrangig von Fleisch. Sie konnten jedoch auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen und fanden insbesondere an verschiedenen Pilzarten, die im Untergrund wuchsen, Geschmack.

Fortpflanzung

Mursogi vermehrten sich wie andere Säugetiere auch. Je nach Stamm bildeten sie lebenslange Partnerschaften oder Gemeinschaften, in denen weibliche und männliche Mursogi offen miteinander verkehrten. Weibliche Mursogi waren ab einem Alter von zwölf Jahren fruchtbar. Eine Schwangerschaft dauerte meist zwischen fünfundzwanzig und achtundzwanzig Wochen. Danach kamen für gewöhnlich zwei bis vier Kinder zur Welt, die etwa ein halbes Jahr lang von ihrer Mutter gesäugt wurden. In dieser Zeit war das Kleinkind hilflos und auf die Unterstützung seiner Familie angewiesen. Mit etwa einem Jahr erlernte die meisten Mursogi das Gehen und das Sprechen. In den folgenden Jahren wurden sie bereits von ihren Eltern im Kampf ums Überleben ausgebildet, zunächst meist auf spielerische Art und Weise. Im Alter von acht Jahren begann bei den Mursogi das Hornwachstum, das im zwölften Lebensjahr mit der Geschlechtsreife endete. In den folgenden acht Jahren waren die Mursogi am fruchtbarsten und gründeten daher ihre eigenen Familien. Mit etwa zwanzig Jahren wandten sie sich dann dem Kriegerhandwerk zu oder gingen einer anderen in der Gesellschaft ihres Stammes als ehrenvoll befundenen Aufgabe nach, die sie dann etwa zehn bis fünfzehn Jahre ausführten. Danach gaben die meisten ihre Tätigkeiten auf und wurden zu Stammesältesten, die sich vorrangig um ihre Enkel oder die Kinder des Stammes kümmerten. Nur die wenigsten Mursogi wurden älter als vierzig oder fünfzig Jahre.


Verbreitung

Die meisten Mursogi lebten in den weiten Ödlanden des Nordens und in der Wüste von Zuurochor. Darüber hinaus gab es am Ende des Eisernen Zeitalters einige Stämme in den verlassenen Landen an der Westküste Losias und in den Wäldern östlich des Goldenen Meeres.


Erwähnung

  • DWS: 21-26, 28, 32-35, 44, 46, 54, 63-66, 76, 96, 98-101, 106, 111, 115, 120, 141, 156, 165, 170, 180-181, 187, 193-197, 212-216, 220, 226-228, 232, 237, 250-251, 258, 264, 267, 282-289, 291, 293, 295-296, 298-300, 302, 305-307, 315, 317, 320, 323-327, 330, 337-343, 345-346, 348-349, 351-354, 357-363, 365-374, 379-382, 393, 400, 403, 406, 409, 415, 418, 432-433, 435, 442-445
  • DEDV: 24, 33, 42-45, 47, 49-55, 59, 66, 69, 71, 74, 76-78, 84, 87, 128, 130, 142, 157-160, 163, 169, 193, 220-221, 224, 235-238, 240, 270, 273, 300, 331, 336, 345, 349-352, 355-357, 359, 363, 378-379, 384, 392, 397-399, 401, 403-404, 407-408, 415, 419-420, 422-423, 428, 430-441, 443, 450-451, 457, 460-463, 465, 476-478, 480-501, 503, 505-507, 510-511, 513, 515, 520, 522-524, 526-527, 533, 537-539, 541, 543-548, 550-553, 557-558, 560-567, 572, 574, 579, 581, 586-597, 603, 605
  • DLDD: 7, 16-21, 23, 25, 27, 30-31, 34, 39-42, 44-47, 67, 81, 96, 105, 127, 136-138, 143, 154, 196, 216-217, 244-245, 247, 257, 259, 263-267, 269, 274-277, 281, 288, 295, 299, 302, 309, 311, 314, 322-324, 334, 338, 341-342, 344-348, 350, 352, 355, 357, 361-363, 367, 370, 375-376, 387, 393-395, 397, 399, 418, 421, 424, 452, 482
  • SAS1: 87-88