Schlagwort-Archive: Kunu

Kunu ist das Nichts, das alles umgibt, und nur durch die Äußere Dunkelheit von der Schöpfung ferngehalten wird.

Das Übel des Nordens

Nach einer Ewigkeit der Dunkelheit kam der erste Morgen über Yurtria. Klar und hell ging die Sonne über den umliegenden Eismeeren und den öden Landen auf. Und tatsächlich erfüllten sich die Hoffnungen der Mi Sarucho. Denn die Pflanzen, die der Erde von Liten Ayonas entsprungen waren, streckten sich dem sanften Licht entgegen. Größer und schöner wurden sie, während die Mi Sarucho den kühlen Tau genossen, der von den Blättern fiel, und den Duft, der daraufhin die Lüfte erfüllte. Das Übel des Nordens weiterlesen

Die Ordnung des Seins

Auch die lange Zeit der Wanderung und des Wunderns verging, bis sich die meisten Mi Sarucho dazu entschlossen hatten, endlich Ordnung in das Weltall zu bringen. Sie erinnerten sich all ihrer Träume, die sie in den Ewigen Hallen gehabt hatte und die sie nun endlich zu verwirklichen trachten. Allerdings mussten sie bald feststellen, dass dies in der Welt des Stofflichen nicht so einfach war, wie es in ihren Gedanken gewesen war. Die Ordnung des Seins weiterlesen

Die Freisetzung der Dritten Schöpfung

Obwohl das Anliegen Enéras und Voréos‘ mit der Schöpfung der Dimisori bereits erfüllt worden war, erschienen dem Schöpfer seine Ewigen Hallen immer noch allzu leer. Daher erschuf er mit Hilfe der Regenbogenkugel eine Reihe geringere Geister. Ihre Zahl, so heißt es, überträfe sogar die der Sterne am Himmel. Vielfältig waren sie in ihrer Gestalt, ihren Fähigkeiten, Gefühlen und Gesinnungen. Manche waren beinahe so mächtig wie die Dimisori, andere hoben sich an Kraft kaum von den noch ungeborenen Kindern der Schöpfung ab. Die Freisetzung der Dritten Schöpfung weiterlesen

Die Regenbogenkugel

So waren nun die sieben Ranvári ins Sein getreten und die Säulen der Schöpfung trugen das Gewicht all jener Welten, die noch nicht erschaffen waren. Die Ewigen Hallen erblühten durch ihre Bewohner zu einer Pracht, die sich beinahe mit jener der verlorenen Zweiten Schöpfung messen konnte. Alle erfreuten sich ihres Seins und es herrschte immerwährender Frieden. Die Regenbogenkugel weiterlesen

Das Kind der Dämmerung

Enéra war Voréos im Geiste sehr unähnlich. Sie war eigenwillig und hochmütig, sich ihrer unbändigen Kraft vollkommen bewusst, der sie ohne Bedenken freien Lauf ließ. Nur ein kleiner Funken des Nichts – nicht mehr als ein Staubkorn – wohnte ihr inne, doch war es bereits genug, um sie mit Neid und Missgunst zu erfüllen. Sie beneidete ihren Bruder, den Erstgeborenen, um die Gunst des Schöpfers, ohne zu erkennen, dass ihr selbst ebenso große Gunst widerfuhr. Das Kind der Dämmerung weiterlesen

Die Geburt von Licht und Finsternis

Vom Kampf mit Unchu erschöpft sehnte sich Valeno nach Ruhe. Seine Schöpfung war zerstört und auch er selbst hatte durch die Vereinigung mit dem Nichts tiefe Wunden davon getragen. So schuf er sich nun einen Ort, an dem er verweilen konnte, ohne in den allgegenwärtigen Schlund blicken zu müssen: die Ewigen Hallen. Die Geburt von Licht und Finsternis weiterlesen

Unchu und die Zweite Schöpfung

Schließlich widmete Valeno sich also seiner Zweiten Schöpfung. Da er aus den vergangenen Fehlern gelernt hatte, erschuf er nun zunächst eine Hülle aus seiner eigenen, reinen, göttlichen Kraft, der – anders als seiner Ersten Schöpfung – lebendige Gedanken und damit ein Teil seiner Selbst innewohnten.
Und siehe da: Das Nichts vermochte es nicht, sich diese – zunächst noch leere – Hülle einzuverleiben. Sie blieb bestehen. Unchu und die Zweite Schöpfung weiterlesen