Erstes Buch

Der Vorgeschichte sechster Teil – Überarbeitung

Noch während ich mit der Fertigstellung meines Manuskriptes beschäftigt war, muss ich „Der Weiße Schatten“ dann wohl auch irgendwann vollständig abgetippt haben. Das muss bereits im Jahr 2008 gewesen sein. Damit war mein erstes Buch auch schon fertig! Oder etwa doch nicht? Als ich mir durchlas, was ich da geschrieben hatte, war ich nicht zufrieden. Ganz und gar nicht zufrieden! Im Laufe des Schreibens hatte sich mein Stil nämlich verbessert, sodass mir das, womit ich begonnen hatte, nicht mehr länger gefiel.
So begann die erste einer langen Reihe von Überarbeitungen – fand ich doch stets immer wieder aufs Neue etwas, das mir missfiel. Mal war die Handlung nicht mehr sinnvoll, wenn ich an spätere, im Manuskript bereits festgehaltene Ereignisse dachte, mal gefielen mir meine Formulierungen nicht mehr. Im Laufe dieser Überarbeitungen  wuchs „Der Weiße Schatten“. Charaktere kamen dazu, andere verschwanden. Aus den 210 Seiten, die ich aus dem Manuskript übernommen hatte, wurden bald über 400.
Während ich überarbeitete, begann ich auch gleich damit, den zweiten Teil meiner Reihe abzutippen. So hatte ich mir drei Aufgaben zur selben Zeit auferlegt: Zum einen schrieb ich immer noch täglich eine Seite für mein Manuskript, zum zweiten digitalisierte ich mein Werk, zum dritten überarbeitete ich das bereits digitalisierte Material. Mittlerweile war ich auch ein wenig schneller geworden, was das Arbeiten am Computer betraf. Über kurz oder lang fand ich am Überarbeiten dann sogar mehr Freude als am Schreiben selbst, was dazu führte, dass mein Manuskript bald nur mehr von einem Ereignis zum anderen hetzte, da ich ohnehin wusste, dass ich es würde überarbeiten müssen.
So kommt es auch, dass ich das Schreiben an sich gerne mit dem Ausgraben eines Edelsteines vergleiche. Mühsam gewinnt man der Erde etwas ab, das in seiner Rohform zwar bereits einen gewissen Wert besitzt, oft jedoch nicht allzu ansehnlich ist und erst in geschliffener Gestalt seine volle Schönheit entfaltet. Dieser Schliff ist die Überarbeitung – sie ist mühevoll und langwierig, doch das Ergebnis ist der Mühe wert.
Als ich nun also 2012 die letzte Seite meines Manuskriptes beschrieben hatte, hatte „Der Weiße Schatten“ bereits mehrere Wellen der Überarbeitung über sich ergehen lassen müssen – ich habe nicht mitgezählt, aber es dürften wohl drei oder vier vollständige Überarbeitungen gewesen sein. Jedenfalls befand ich das Buch nun endlich für gut genug, um es auch andere lesen zu lassen. Daher machte ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit mein Buch wirklich zu einem greifbaren Buch zu machen.
Ich sah jedoch bald ein, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich das bewerkstelligen sollte. Der Inhalt meines Buches war für mich bisher immer sehr viel wichtiger gewesen als all das, was noch dazu gehörte. So recherchierte ich im Internet, bis ich auf eine Self-Publishing-Plattform stieß, die einigermaßen annehmbare Preise hatte – freilich nur für mich selbst, denn wer hätte schon fast 30€ für das Buch eines unbekannten Autors gezahlt? Jedenfalls malte ich ein Cover, lud mein Buch hoch und ließ es drucken – zwei Exemplare zunächst. Voller Vorfreude wartete ich tagelang auf den Paketboten. Es war ein erhebendes Gefühl, als ich schließlich den Lohn meiner Mühen in Händen hielt. Weniger erhebend war das Gefühl, als ich schon auf der ersten Seite mehrere Fehler fand…
Und damit begann alles von vorn. Wieder stürzte ich mich in die Überarbeitung. Im Jahr 2014 ließ ich das überarbeitete Buch noch einmal drucken. Diesmal sieben Stück, die ich größtenteils an Verwandte und Freunde verschenkte. Der Veröffentlichung war ich jedoch kein Stück näher gekommen und lange Zeit kümmerte ich mich auch nicht sonderlich darum…

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