Flederschlange

Die Flederschlange (serpens chiropteri) ist eine nachtaktive Unterart der Flugschlange. Sie wird nicht sehr groß und ernährt sich von großen Nachtfaltern, aber auch von kleinen Flugsäugetieren oder Vögel, die sie in der Luft fängt. Bei der Jagd verlässt sie sich vor allem auf ihre für Schlangen untypisch großen Ohren, mit denen sie auch die leichtesten Vibrationen in der Luft wahrnimmt. Ihre hervorstehenden Eckzähne dienen dem Erfassen der Beute, Gift versprühen sie jedoch keines. Da Flederschlangen anders als die meisten ihrer Verwandten ein Fell tragen, sind sie auch in kälteren Gefilden anzutreffen. Während sie nachts Einzelgänger sind, schlafen sie tagsüber zumeist in großen Gruppen auf hohen Bäumen, wo sie sich von der Sonne wärmen lassen.

Ankündigung #11

Um ein wenig Ordnung in meinen Online-Auftritt zu bringen, werde ich die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und Twitter in Zukunft für verschiedene Zwecke verwenden. Facebook soll wie bisher vor allem der Vorstellung neuer Beiträge dienen. Auf Instagram werden in (hoffentlich) regelmäßigen Abständen die Entwürfe jener Bilder landen, die ich für mein Bestiarium verwende, sowie andere Bilder, die mit meinen Werken zu tun haben. Auf Twitter will ich zu guter Letzt hin und wieder Gedanken zu diesen Werken oder anderen Dingen teilen. Wichtige Ankündigungen – wie etwa das Erscheinen neuer Bücher – werde ich natürlich auf allen drei Plattformen veröffentlichen.

 

Mörderschleim

Der Mörderschleim (pituita homicida) ist ein bösartiges Geschöpf, das vor allem an feuchten, dunklen Orten zu finden ist. Sein ganzes Sein wird von einem einzigen Wunsch bestimmt: Menschen zu töten.  Da er von Natur aus nicht sonderlich kräftig ist, verwendet er zu diesem Zweck mit Vorliebe menschengemachte Werkzeuge wie Messer oder Äxte. Mörderschleime bewegen sich ziemlich langsam fort. Starkes Licht und Regen schadet ihnen, Salz schreckt sie ab. Sie können zudem nicht schwimmen, da sich ihr Körper im Wasser auflösen würde. Das Blut ihrer Opfer, von dem sie sich ernähren, macht sie zwar stärker, für einen erfahrenen Krieger stellen sie aber keine wirkliche Gefahr dar.

Landkarte aus „Das Lied der Dämmerung“

Die Landkarte aus „Das Lied der Dämmerung“ zeigt einen großen Teil des Königreiches Erbarior. Im Südwesten liegen die Fürstentümer Ertanien und Rimalla, die von weiten Ebenen geprägt sind. Nördlich davon erstreckt sich das erbarische Kernland mit der Hauptstadt Xerdon. Von dort aus führt die große Hauptstraße nach Osten, durch die Fürstentümer Niranach, Rhunasur und Lirasur  bishin nach Lewinien, wo Erbarior an das Innere Meer grenzt. Im äußersten Süden der Halbinsel Breadanon liegt die wundersame Hafenstadt Nyktaven, die einst von den Almári gegründet wurde, ein Ort, der dem Reich der Götter sehr nahe sein soll.
Im Norden wird Erbarior von der gewaltigen Amnua begrenzt. Jenseits davon liegt im Westen das Fürstentum  Theladien, die Heimat des Blutschattenkultes. Östlich von Theladien erstreckt sich das kleine Königreich Guilar, das einst ebenfalls ein Teil von Erbarior war.
Im Nordosten liegen die Königreiche Vanranias, des gewaltigen Landes der Wälder. Das südlichste, das über die Amnua an Erbarior grenzt, ist Erevena mit Sahilinon, der Stadt zwischen den Bäumen.  Westlich davon herrscht die Königin von Ronarsal über die Sturmhöhen. Im Norden liegt Dewodios, wo der Großkönig von Vanrania sitzt. Auch das kleine Königreich Demenia im Osten, gehört zu Vanrania und wird oft als Kornkammer des Landes der Wälder bezeichnet.

Leseprobe aus „Das Lied der Dämmerung“, Kapitel I

So entdeckte er eine kleine Lichtung, auf der jemand sein Lager aufgeschlagen hatte. Um eine niedergebrannte Feuerstelle drängten sich sechs Zelte aus zerschlissenem schwarzen Stoff, die alles andere als einladend wirkten. Wie ein geordnetes Feldlager, das Soldaten als Außenposten errichtet hatten, sah es nicht aus, war es doch nicht befestigt. Aufgrund seiner fremdländischen Ausstrahlung hätte es wohl das Lager von fahrenden Händlern sein können, doch wirkte es dafür allzu heruntergekommen. Zudem waren weder Zugtiere noch Karren noch eine Straße zu sehen. Am ehesten hätte das Lager wohl noch als das Versteck einer Räuberbande durchgehen können, doch irgendetwas störte den Mann an dieser Vermutung.
Da er also nicht wusste, wem das Lager gehörte und wie ihn die Bewohner empfangen würden, näherte er sich vorsichtig. Kaum zehn Schritte vom nächsten Zelt entfernt fand er einen Baum mit niedrigen Ästen, den er erklomm. Von dort oben hatte er einen besseren Sicht auf die Lichtung, während die regennassen Blätter ihn vor unfreundlichen Augen verbargen.
Wohin sein Blick auch fiel, nirgendwo war jemand zu sehen. Nur ein einzelner Fuchs erkundete schnüffelnd die Umgebung der heruntergebrannten Feuerstelle. Ob das Lager wohl verlassen war? Wenn dem so war, hatten die ehemaligen Bewohner bestimmt nichts dagegen, wenn er sich von dem bediente, was sie zurückgelassen hatten.
Daher ließ er sich von seinem Ausguck sanft zu Boden gleiten und schlich geduckt in Richtung der Zelte. Er versuchte möglichst keine Geräusche zu verursachen, was ihm mangels Schuhwerk auch ohne Schwierigkeiten gelang. Immer wieder hielt er kurz inne, um zu lauschen, ob da Stimmen oder Schritte waren, doch alles blieb ruhig. Nur der Regen war zu hören, der ohne Unterlass auf die Zeltplanen tropfte.

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Geschichten und Bilder von Martin Krois