Ahorndrache

Der Ahorndrache (draco acernus) ist kaum größer als das Blatt des Ahornbaumes, das er nachahmt. Obwohl er so leicht ist wie eine Feder, kann er nicht wirklich fliegen, aber dennoch mit Leichtigkeit auf Windströmungen von Ast zu Ast gleiten. Er ernährt sich zwar ausschließlich vom Pflanzensaft des Ahorns, den er aus dünnen Ästen saugt, dem Geruch von Ahornsirup kann er jedoch kaum widerstehen. Die Farbe der Schwingen eines Ahorndrachen ändert sich mit der Jahreszeit, sodass er unter den Blättern des Baumes kaum auszumachen ist. Ahorndrachen leben meist in kleinen Schwärmen zusammen. In der Paarungszeit verlassen die Männchen den Baum, auf dem sie geboren wurden, die Weibchen dagegen bleiben ihr ganzes Leben auf demselben Baum. Den Winter verbringen Ahorndrachen schlafend in kleinen Höhlen unter den Wurzeln ihres Heimatbaumes.

Der Gatte des Sees

In Auvagan lebte einst ein junger Mann mit dem Namen Oremir. Als Sohn Mirgrims, des Fürsten von Niranach, führte er ein wohlbehütetes Leben und es mangelte ihm an nichts. Er hatte viele Freunde und war auch beim Volk beliebt.
Mehr als alles andere liebte Oremir Velemraia, den großen See, der an die Mauern Auvagans brandete. Oftmals verbrachte er Stunden damit, auf das Wasser hinauszublicken und sich zu fragen, was wohl an dessen Grund verborgen lag. Wilde Träumereien von Gold und Edelsteinen – prächtiger als all die Schätze, die von den Bergarbeitern seines Vaters zutage gefördert wurden – geisterten ihm durch den Kopf. Der Gatte des Sees weiterlesen

Flederschlange

Die Flederschlange (serpens chiropteri) ist eine nachtaktive Unterart der Flugschlange. Sie wird nicht sehr groß und ernährt sich von großen Nachtfaltern, aber auch von kleinen Flugsäugetieren oder Vögel, die sie in der Luft fängt. Bei der Jagd verlässt sie sich vor allem auf ihre für Schlangen untypisch großen Ohren, mit denen sie auch die leichtesten Vibrationen in der Luft wahrnimmt. Ihre hervorstehenden Eckzähne dienen dem Erfassen der Beute, Gift versprühen sie jedoch keines. Da Flederschlangen anders als die meisten ihrer Verwandten ein Fell tragen, sind sie auch in kälteren Gefilden anzutreffen. Während sie nachts Einzelgänger sind, schlafen sie tagsüber zumeist in großen Gruppen auf hohen Bäumen, wo sie sich von der Sonne wärmen lassen.

Ankündigung #11

Um ein wenig Ordnung in meinen Online-Auftritt zu bringen, werde ich die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und Twitter in Zukunft für verschiedene Zwecke verwenden. Facebook soll wie bisher vor allem der Vorstellung neuer Beiträge dienen. Auf Instagram werden in (hoffentlich) regelmäßigen Abständen die Entwürfe jener Bilder landen, die ich für mein Bestiarium verwende, sowie andere Bilder, die mit meinen Werken zu tun haben. Auf Twitter will ich zu guter Letzt hin und wieder Gedanken zu diesen Werken oder anderen Dingen teilen. Wichtige Ankündigungen – wie etwa das Erscheinen neuer Bücher – werde ich natürlich auf allen drei Plattformen veröffentlichen.

 

Mörderschleim

Der Mörderschleim (pituita homicida) ist ein bösartiges Geschöpf, das vor allem an feuchten, dunklen Orten zu finden ist. Sein ganzes Sein wird von einem einzigen Wunsch bestimmt: Menschen zu töten.  Da er von Natur aus nicht sonderlich kräftig ist, verwendet er zu diesem Zweck mit Vorliebe menschengemachte Werkzeuge wie Messer oder Äxte. Mörderschleime bewegen sich ziemlich langsam fort. Starkes Licht und Regen schadet ihnen, Salz schreckt sie ab. Sie können zudem nicht schwimmen, da sich ihr Körper im Wasser auflösen würde. Das Blut ihrer Opfer, von dem sie sich ernähren, macht sie zwar stärker, für einen erfahrenen Krieger stellen sie aber keine wirkliche Gefahr dar.

Geschichten und Bilder von Martin Krois