Agomitur

Geschichte

Gründung

Agomitur wurde im Jahr 777 S.Z. von Leiraels Tochter Lionella als erster Sitz der Almári östlich des Mondgebirges errichtet. Grund dafür war, dass Lionella dem Volk der Gnomen nahe sein wollte, das in den Wäldern Mosumars hauste. Mit dessen Hilfe sammelten die Almári unter Lionellas Anleitung Wissen, um es in der Gestalt von Büchern in Agomitur zu bewahren. Als Voréos nach langen Jahrhunderten des Friedens wieder Krieg über die Almári brachte, blieb Agomitur aufgrund seiner Lage zunächst davon verschont. Nichtsdestoweniger fielen viele Almári – darunter auch Lionella – als sie ihren Verwandten im Westen zu Hilfe kamen. Nachdem Arcios im Jahr 1611 S.Z. Nuvornor mit seinen Gefährten erobert und Orleas befreit hatte, nahm dieser Agomitur als Sitz. Dort blieb er auch, als die meisten Almári mit seinem Vetter Alacrion und der Rancharkönigin Varacnia gegen den Umcalorion zogen.

Sitz des Rates der Sieben

Nachdem Orleas zu Beginn des Eisernen Zeitalters seine Offenbarung ereilt hatte, lud er die überlebenden Almári nach Agomitur ein. Diejenigen, die sich nicht in Orvolor niederließen, folgten seinem Aufruf. So wurde der Rat der Sieben, der seit der Zerstörung Vainámons aufgelöst gewesen war, in Agomitur neu gegründet. Auch die Stahlrose erwählte sich Agomitur zum Sitz. Da Lionellas Bücherei immer noch bestand, wurde die Festung im Laufe der Jahrhunderte von vielen als eine Art Hochschule genutzt. Während die jüngeren Almári dort in den Heiligen Künsten ausgebildet wurden, suchten auch Sterbliche dort nach Wissen. Viele von ihnen verließen Agomitur als Gelehrte. Währenddessen trug Orleas Sorge dafür, dass die Bücherei beständig wuchs.

Culmorier-Feldzüge

Das Wissen weckte auch Begehrlichkeit, gab es doch Bücher, die nicht allen frei zugänglich waren und nicht wenige Almári, die Orleas‘ Richtlinien widersprachen. So kam es, dass sich viele von diesen den Dunklen Künsten zuwandten und schließlich unter Mureiya versuchten, sich Agomiturs zu bemächtigen. Vier Jahre lang wurde die Festung vergeblich von den Culmoriern belagert. In einem letzten Versuch, Agomitur zu stürmen, entfesselte Mureiya mit ihren Verbündeten im Jahr 627 E.Z. den Großen Waldbrand, der die Wälder der Umgebung zu Asche werden ließ, die Mauern jedoch nicht durchbrechen konnte. Daraufhin zogen sich die Culmorier zurück, um Orvolor zu erobern. Da von dort keinerlei Hilfe gekommen war, hielten sich die Almári zurück, als Mureiya das ganze Reich unterwarf. Nachdem Walgurmach die Herrschaft der Culmorier beendet hatte, zogen sich die meisten verbleibenden Almári aus Orvolor ebenfalls nach Agomitur zurück, hielt der König doch allzu wenig von ihnen. Dies hinderte Orleas jedoch nicht, Walgurmachs Sohn Hilfe zukommen zu lassen, als dieser ihn darum bat. Im Zweiten Culmorier-Feldzug wurde Agomitur von den Sieben Herrschern angegriffen, allerdings ließen sich diese nicht zu einer Belagerung herab.

Jüngere Geschichte

In der Folge blieb Agomitur von Kriegen verschont. Orleas ging keinerlei Bündnisse mit anderen Reichen ein und hielt sich aus deren Belangen heraus. Wohl aber empfing er jeden, der nach Wissen strebte. So kam es, dass zahlreiche Könige und Königinnen in Agomitur ausgebildet wurden. Wenig erfreut war Orleas darüber, dass Regnadon die Straße bei Agomitur nutzte, um den Aurokanisa im Zweiten Krieg zwischen Erbarior und Lau-Onn in den Rücken zu fallen, doch schritt er auch in dieser Auseinandersetzung nicht ein. So blieb Agomitur bis ins vierundzwanzigste Jahrhundert des Eisernen Zeitalters unabhängig. Der Rat der Sieben trat nur noch selten zusammen, zuletzt, als zwei der vier Schlüssel des Voréos dorthin gebracht wurden.


Bevölkerung

Zwar wohnten in Agomitur vor allem Almári, doch verschlug es hin und wieder auch Sterbliche aus verschiedenen Völkern dorthin, die ihr ganzes Leben innerhalb oder außerhalb der Festungsmauern verbrachten. Dadurch war vor den Mauern eine kleine Stadt entstanden.


Gesellschaft

Allgemein

Agomitur war der einzige Ort, an dem sich die Gesellschaft der Almári aus dem Silbernen Zeitalter beinahe unverändert gehalten hatte. Getreue und Sterbliche lebten dort in Frieden nebeneinander und es fehlte beiden an nichts. Orleas wachte darüber, dass dies auch so blieb, gab es doch im Laufe der Geschichte immer wieder Almári, die sich aufgrund ihrer Abstammung über Ihresgleichen und die Sterblichen zu erheben trachteten.

Gesetzgebung

Der Rat der Sieben herrschte über Agomitur, sprach Recht und erließ Gesetze. Da die Mitglieder des Rates jedoch zumeist über aller Herren Länder verstreut waren, kümmerte sich Orleas als Vorsitzender des Rates für gewöhnlich um deren Pflichten.

Bildung

Bildung war das höchste Gut Agomiturs. Beinahe jeder Bewohner der Festung und der Stadt wusste durch die ständige Gegenwart von Wissen mehr über die Welt als die meisten Gelehrten, die niemals in Agomitur gewesen waren.

Streitkräfte

  • Wächter des Wissens

Die Wächter des Wissens sorgten innerhalb der Mauern Agomiturs sowohl für die Sicherheit der Bewohner der Festung als auch dafür, dass keines der wertvollen Bücher beschädigt wurde. Die meisten von ihnen waren Almári, es gab jedoch auch Sterbliche unter den Wächtern. Sie waren Orleas unterstellt.

  • Stahlrose

Die Stahlrose war ein Kriegerorden, den Valya zum Kampf gegen die Culmorier gegründet hatte. Sie bestand aus für den Kampf ausgebildeten Meistern der Heiligen Künste und wurde dorthin geschickt, wo Culmorier für Unheil sorgten.

Glaube und Brauchtum

Die meisten Bewohner Agomiturs hingen dem Glauben an die Sieben Wahren Götter an. Im Herzen der Festung gab es einen prächtigen Göttertempel, der nur von dem in Nyktaven übertroffen wurde.


Wirtschaft und Handel

Alles, was die Bewohner von Agomitur zum Leben brauchten, bauten sie selbst in Gärten in der Festung oder auf Feldern vor den Mauern an. Handel mit anderen Reichen gab es kaum. Allerdings setzte Orleas viel daran, Bücher aus allen möglichen Bereichen der Welt nach Agomitur zu bringen. Händler, die ihm Bücher brachten, die noch nicht in der Bücherei standen, entlohnte er äußerst großzügig.


Erwähnung

  • DWS: 6, 213
  • DEDV: 6, 31, 34, 51, 53, 58-59, 185, 373-374, 392-393, 396, 399, 535
  • DLDD: 125, 159-160, 210, 219, 223, 242, 383-384, 392, 406, 410, 413, 440, 445-447, 456, 477, 518, 586, 590