Trinatia

auch bekannt als: Ruchmerg

Geschichte

Gründung

Trinatia wurde im Jahr 371 S.Z. von Alvando gegründet, als dieser sich im Tal von Camacala südlich des Mondgebirges niederließ. An der Quelle des Larlun errichteten seine Begleiter und er mit Hilfe der Heiligen Künste eine Stadt aus weißem Marmor. Nach Art der Almári schufen sie vielerlei Gärten und Brunnen, war der Ort doch weniger als Festung, denn als Kunstwerk gedacht. Die wundersame Bauweise und die Gegenwart der Almári lockte bald viele Siedler aus ganz Orvolor an, die sich ebenfalls in Trinatia niederließen, sodass die Stadt nur wenige Jahre nach ihrer Gründung bereits mehrere Tausend Einwohner hatte. So galt Trinatia bereits im Jahr 400 S.Z. als Hauptstadt Orvolors, während Alvando von ihren Bewohnern als König von Orvolor verehrt wurde. Immer wieder verschlug es auch Gesandte der Ranchar dorthin.

Kriege mit Voréos

Während das Tal der Emra in den folgenden Jahrhunderten immer wieder zum Schauplatz von Kämpfen zwischen den Almári und den Truppen Voréos wurde, blieb Orvolor und damit auch Trinatia davon unberührt, sodass die Stadt ungestört gedeihen konnte. Nachdem Alvando in Vainámon von seinem Bruder Kulmo getötet worden war, nahm sein Sohn Alacrion seinen Platz in Trinatia ein. Da er die Stadt sehr liebte, verließ er sie nur selten und er sorgte dafür, dass ihr Glanz noch weiter wuchs. Auch als Voréos wiederkehrte und die Reiche der Almári fortwährend mit Krieg überzog, gelangten seine Truppen selten nach Orvolor und nie nach Trinatia. Bald galt die Stadt deshalb als sicherer Hafen für all diejenigen, die genug vom Krieg hatten. Während die anderen Reiche der Almári fielen, blieb Trinatia von der Morgenlosen Dunkelheit weitgehend verschont.

Ein neues Zeitalter

Erst als die Rancharkönigin Varacnia im Jahr 1620 S.Z. dorthin kam, um ihr Bündnis mit den Almári zu erneuern und gemeinsam mit Alacrion den Umcalorion anzugreifen, wurde auch Trinatia in den Krieg verwickelt. Vor den Toren der Stadt sammelten sich fünf Jahre lang die verbündeten Truppen, ehe sie loszogen, um Voréos‘ Herrschaft zu beenden. Während also der Umcalorion belagert wurde, drangen Mursogi und andere Diener des Feindes nach Orvolor ein. Sie trieben sich auch in Camacala herum, wagten es jedoch nicht, die Mauern Trinatias anzugreifen, wenngleich kaum jemand dort zurückgeblieben war, um sie zu verteidigen. So fanden diejenigen, die aus der Belagerung des Umcalorion zurückkehrten, die Stadt und ihre Bewohner unberührt vor. Da Alacrion in der Schlacht gefallen und sein Sohn Aracamo verschwunden war, wurde Huonume, die Leibwächterin des Königs, an dessen Stelle vom Volk zur Königin erhoben.

Bleibender Glanz

Auch im Eisernen Zeitalter blieb Trinatia die Hauptstadt von Orvolor. Wenngleich mit Huonume zum ersten Mal eine Sterbliche auf dem Thron saß, blieben viele Almári in der Stadt. Die Königin und ihre Nachfolger taten ihr Bestes, um den Ruhm und Glanz Trinatias zu erhalten, sie wagten es jedoch nicht, das Erbe der Almári durch eigene Bauvorhaben zu beschmutzen. So blieb Trinatia in den ersten Jahrhunderten des Eisernen Zeitalters ein Abbild dessen, was es im Silbernen Zeitalter gewesen war. Erst als mit Evonya im Jahr 469 E.Z. wieder eine Almar auf dem Thron von Orvolor saß, lebte auch Trinatia wieder auf. Unter ihrer Herrschaft wurde die Stadt erweitert und über den Larlun hin vergrößert, um der wachsenden Bevölkerung Herr zu werden.

Erster Culmorier-Feldzug

Als Mureiya im Ersten Culmorier-Feldzug in Orvolor einfiel und Evonya tötete, zog deren Tochter Olvain sich nach Trinatia zurück. So kam es dazu, dass Trinatia im Jahr 637 E.Z. zum ersten Mal belagert wurde. Da das Heer der Culmorier zu mächtig, die Verteidiger zu schwach waren, fiel die Stadt innerhalb weniger Wochen. Dort zwang Mureiya Olvains Sohn Mosurion zur Heirat und ernannte sich selbst zur Königin von Orvolor. Im Laufe ihrer Herrschaft wurde Trinatia zu einem Ort des Schreckens, versammelten sich doch Culmorier von Nah und Fern dort, um ihren finsteren Gelüsten nachzugehen. Viele Bewohner der Stadt flohen zu dieser Zeit außer Landes. Mureiya selbst verließ den Königspalast und die Stadt dagegen kaum noch.

Bürgerkrieg

Nachdem Mureiya im Jahr 666 E.Z. nach Elva Illéos gesegelt war, um das Reich der Getreuen an sich zu reißen, herrschten ihre Stellvertreter noch viele Jahre an ihrer statt über Trinatia. Als klar wurde, dass Mureiya nicht zurückkehren würde, regte sich jedoch Widerstand in Orvolor. Überall erhob sich das Volk gegen die Unterdrücker, während manche Adelige auf der Seite der Culmorier blieben. So entbrannte der Erste Bürgerkrieg von Orvolor, indem sich bald der junge Feldherr Walgurmach hervortat. Er besiegte die Culmorier in vielen Schlachten. Zuletzt belagerte er sie in Trinatia. Die Bewohner der Stadt wandten sich gegen die Culmorier und öffneten Walgurmach die Tore. Nachdem dieser vom Volk zum König gekrönt worden war, machte er sich daran, Trinatias Glanz wiederherzustellen. Da er kein Freund der Heiligen Künste war, verließen unter seiner Herrschaft die meisten der wenigen noch verbliebenen Almári die Stadt.

Verfall

Mehr als zweihundert Jahre herrschten Walgurmach und seine Erben über Trinatia. Sie hatten wenig für das Erbe der Almári übrig, sodass viele von deren Kunstwerken und Gebäuden verfielen, zerstört oder geraubt wurden. Der König verlor stetig an Macht, während verschiedene Adelshäuser im Hintergrund die Fäden zogen. Trinatia versank durch deren Ränkespiel in Unordnung. Nachdem der letzte König aus Walgurmachs Geschlecht abgesetzt worden war, stritten sich die Adeligen von Orvolor um dessen Nachfolge und es kam zum Zweiten Bürgerkrieg von Orvolor. Infolgedessen erhob sich das Volk und der Adel wurde aus Trinatia verband. In Ermangelung eines Herrschers herrschte daraufhin Gesetzlosigkeit und Willkür in Trinatia, sodass bald auch die letzten ehrbaren Menschen die Stadt verließen. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte verfiel Trinatia so weit, dass es schließlich vollständig aufgegeben wurde.

Jüngere Geschichte

Da die Wildnis Orvolor mehr und mehr für sich beanspruchte, kamen bald nur noch selten Menschen nach Trinatia. Nur noch hin und wieder suchten Schatzjäger in den Trümmern nach wertvollen Gegenständen. Bei den Menschen von Styronna war Trinatia verrufen. Sie nannten die Stadt Ruchmerg und glaubten, dort würde es spuken. Gegen Ende des Eisernen Zeitalters wagte sich kaum jemand mehr dorthin. Lurano verschlug es einmal nach Trinatia, da er dort einen Gegenstand für seinen Meister bergen musste. Omrunas ging nach Trinatia, um dort nach einem der Schlüssel des Voréos zu suchen, wurde jedoch nicht fündig.


Bevölkerung

In seinen Glanzzeiten beherbergte Trinatia mehrere Tausend Menschen. Diese waren von unterschiedlichster Herkunft, zumeist jedoch Orvolori und Styronner. Auch von den Almári, die die Stadt gegründet hatten, gab es bis zum Ersten Culmorier-Feldzug viele in Trinatia.


Gesellschaft

Allgemein

Die Gesellschaft von Trinatia wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte stark. Zu Beginn war sie vom Gedanken der Gleichheit geprägt, wie ihn die Almári überall, wo sie sich niederließen, verbreiteten. So herrschte Alvando etwa über die Stadt, weigerte sich jedoch, den Titel des Königs anzunehmen. Sein Sohn war dem Namen nach zwar König, sah jedoch ebenfalls jeden seiner Untertanen als gleichwertig an. Erst mit Huonumes Geschlecht und dem Walgurmachs wurde die Macht des Königs als vollkommen angesehen. Unter Walgurmachs Nachfolgern erwarben sich auch andere Adelige Macht in der Hauptstadt, sodass diese zum Ende hin mehr unter deren Herrschaft als unter der des Königs stand.

Gesetzgebung

Im Silbernen Zeitalter folgte Trinatia wie auch die anderen Städte der Almári den Gesetzen des Rates der Sieben. Nach Huonumes Wahl zur Königin spaltete sich Orvolor und damit Trinatia von der Herrschaft des Rates ab, sodass die Gesetze fortan vom König erlassen wurden.

Bildung

Da die Almári großen Wert auf Bildung legten, gab es in Trinatia Dutzende Schulen. Grundschulen waren beinahe in jeder Straße zu finden, es gab aber auch Hochschulen und Schulen, an denen man jede Art von Kunst erlernen konnte. Unter den letzten Königen verfielen die meisten Schulen, da diese kaum noch Wert auf ein gebildetes Volk legten.

Streitkräfte

  • Stadtwache

Trinatia verfügte über eine große Stadtwache, die für die Sicherheit innerhalb, aber auch außerhalb der Mauern zuständig war.

  • Brunnenwache

Die Brunnenwache war für die Bewachung der vielen Brunnen in Trinatia zuständig. Sie war mehr Ehrenwache als bewaffnetes Heer.

  • Palastwache

Die Palastwache von Trinatia schütze den Königspalast und alle, die darin lebten. Sie hatte aber auch Befugnisse in der Stadt.

Glaube und Brauchtum

Die Bewohner von Trinatia folgten den Bräuchen der Almári. Sie glaubten an die Sieben Wahren Götter, für die es in der Stadt vielerlei Heiligtümer gab. Obwohl sich die späteren Könige mehr und mehr von den Almári abwandten, blieben sie diesen zumindest in Glauben und Brauchtum treu.


Wirtschaft und Handel

Zu seinen Glanzzeiten betrieb Trinatia Handel mit Nah und Fern. Die Felder und Wälder von Camacala waren fruchtbar genug, um die Bevölkerung der Stadt zu ernähren, der Larlun und hunderte über die Stadt verstreute Brunnen versorgten sie mit Wasser. Die Künstler und Schmiede, die in der Stadt lebten, waren weithin für ihre Fähigkeiten bekannt, sodass ganze Händlerzüge nach Trinatia kamen, um Schmuck, Gemälde oder Standbilder zu erwerben.


Erwähnung

  • DWS: 6, 25-28, 54, 66, 71, 204, 226, 228, 297, 322-324, 348, 365, 375-376
  • DEDV: 42-45, 49-51, 576
  • DLDD: 217, 334, 518