Orleas

Geschichte

Junge Jahre

Orleas wurde im Jahr 1803 K.Z. als drittes Kind Leiraels in Nagilmen auf der Insel Elva Illéos geboren. Als die Flotte der Kinder Almarions in See stach, war er noch ein Kind, so sah er dieses Wagnis auch mit neugierigen Kinderaugen. Was immer er im Laufe der Irrfahrten sah, erfüllte ihn mit Neugier. So war er fast enttäuscht, als die Almári ihr vorläufiges Ziel erreichten und sich an der Küste Losias niederließen. Doch auch dort gab es viel zu entdeckten, sodass Orleas kaum Zeit im Haus seiner Eltern in Darelva verbrachte, sondern häufig die Umgebung erkundete. Die Neugier blieb auch in seiner Jugend erhalten. Oftmals begleitete Orleas seinen Onkel Ilmo auf dessen Reisen durch das Land. So war er auch an dessen Seite, als dieser nach Kire reiste und Freundschaft mit den Menschen des Nordens schloss. Dort lernte er das Volk der Gnomen kennen, dass mehr als alles andere seine Neugier weckte.

Belagerung von Murgunmor

Die folgenden Jahre verbrachte Orleas in Mil Eronis bei Ilmo. Von dort aus unternahm er immer wieder Streifzüge in den Gnyrvalf, um mehr über die Gnomen zu erfahren. Aus dem Krieg mit Voréos hielt er sich lange Zeit heraus, war er doch kein Kämpfer. Als jedoch der Völkerbund im Jahr 669 S.Z. gegen Murgunmor zog, kämpfte Orleas an der Seite seines Onkels gegen die Truppen des Herrn der Finsternis. Die Erlebnisse in der Schlacht bestärkten Orleas in seiner Abneigung gegen Gewalt. Währenddessen entfremdete er sich von seinem Onkel, sodass er nach dem Fall Murgunmors nicht nach Mil Eronis zurückkehrte, sondern nach Vainámon zog, um dort mit seinen Eltern und Schwestern zu leben.

Gründung Agomiturs

Viel sprach Orleas vor allem mit seiner ältesten Schwester Lionella und er weckte bei ihr die Neugier auf das Volk der Gnomen. Da diese auch jenseits des Mondgebirges im Reich der Ranchar lebten, beschloss Lionella, die Berge zu überqueren und sich dort niederzulassen. Im Jahr 777 S.Z. errichtete sie die Festung Agomitur. Orleas war an ihrer Seite und half ihr, gemeinsam mit den Gnomen Wissen anzuhäufen und in der Gestalt von Büchern in den Sälen der Festung zu sammeln. Mehr und mehr gewann er das geschriebene Wort lieb, sodass er selbst unzählige Bücher verfasste. Oftmals unternahm er auch Streifzüge in die Lande der Gnomen, die ihn bald wie ihresgleichen behandelten.

Gefangenschaft und Befreiung

Als Voréos im Jahr 1113 S.Z. nach Jahrhunderten des Friedens seine Streitmacht entfesselte, war Orleas mit Lionella in Vainámon zu besuch. Dort geriet er auch in Gefangenschaft, als die Stadt fiel. Durmos Diener verschleppten ihn an der Seite seiner Schwester und vieler anderen nach Nuvornor. Beinahe fünfhundert Jahre lang war er dort dem Willen Durmos ausgeliefert. Er durchlitt endlose Qualen und musste furchtbare Dinge mitansehen. Seine Schwester tat ihr Bestes, um ihn vor dem Wahnsinn zu bewahren, doch alterte Orleas zu dieser Zeit wie kein Almar es tat. Als Lionella im Jahr 1611 S.Z. starb, war Orleas kurz davor, sein eigenes Leben zu beenden. Da kam Arcios mit seinen Gefährten nach Nuvornor, tötete Durmo und befreite die Gefangenen. Daraufhin brachte Orleas den Körper seiner Schwester nach Agomitur, um ihn dort zu beerdigen. Er selbst blieb in der Festung und zog sich vor aller Welt zurück. Als sein Vetter Alacrion die Almári zur letzten Schlacht gegen Voréos aufrief, schloss Orleas sich diesem Feldzug nicht an, hatte er doch bereits genug Grauen gesehen.

Offenbarung

Während die Schlacht am Umcalorion geschlagen wurde, suchten düstere Träume Orleas heim. Als Voréos dann niedergeworfen wurde, ereilte ihn einen göttliche Offenbarung. Er sah, dass dieser Siege kein endgültiger gewesen war und Voréos wiederkehren würde. So schnell er konnte, reiste er zum Umcalorion, um die siegreichen Feldherren mit den verschlungenen Worten, die ihm eingegeben worden waren, vor einer Wiederkehr Voréos‘ zu warnen, doch schenkten ihm diese kein Gehör. Wohl aber fürchteten manche der überlebenden Almári um Orleas‘ Gemüt, sodass sie dessen Aufruf folgten, als er sich nach Agomitur einlud. Nicht zuletzt, um die Worte seiner eigenen Offenbarung zu ergründen, rief Orleas den Rat der Sieben, der mit der Zerstörung Vainámons aufgelöst worden war, zurück ins Leben. Zwar wurde er selbst zum Vorsitzenden des Rates gewählt, doch konnte er nicht verhinden, dass dieser sich alsbald anderen Angelegenheiten zuwandte.

Herr der Bücher

Lange Zeit grübelte Orleas über die Bedeutung seiner Worte nach. Er bat sogar die Gnomen um Hilfe, kam jedoch zu keinem Schluss. So verbannte er die Offenbarung schließlich aus seinen Gedanken und widmete sich erneut der Sammlung von Wissen. Zugleich begann er, dafür zu sorgen, dass dieses Wissen auch zur Anwendung kam. Vermehrt lud er Menschen aus aller Herren Länder nach Agomitur ein, um dort zu lernen. Nicht nur Almári folgten seiner Einladung, sondern auch Würdenträger und Adelige, hin und wieder sogar Angehörige des gemeinen Volkes. Für sie wurde Orleas zum mächtigen Fürsten von Agomitur und sie nannten ihn nicht selten den Herrn der Bücher. Während die Bücherei von Agomitur wuchs, trug er Sorge dafür, dass die Almári sich nicht in die Kriege und Streitigkeiten der Menschen einmischten oder ihr Wissen für unlautere Zwecke missbrauchten. Mit dieser Einstellung machte er sich nicht nur Freunde. So trachtete etwa Mureiya danach, ihn zu stürzen, doch gelang ihr dies nicht. Orleas selbst kämpfte nicht in der Belagerung von Agomitur, doch trug er Sorge dafür, dass die Verluste der Almári sich in Grenzen hielten. Auch den Sieben Herrschern beugte er sich nicht, doch überließ er den Kampf gegen die Culmorier der Stahlrose.

Zeit der Vorzeichen

Auch in den folgenden Jahrhunderten widmete sich Orleas der Bewahrung von Wissen. Zwar ging er keinerlei Bündnisse mit den Reichen der Sterblichen ein, doch empfing er mit Freuden jeden, der nach Wissen strebte. Als Regnadon die Straße nach Agomitur für einen Angriff auf Lau-Onn nutzte, war Orleas wenig erfreut, doch gebot er dem König von Erbarior keinen Einhalt. Im Jahr 2363 E.Z. ereilte ihn ein Traum, der ihn erneut mit seiner Offenbarung in Verbindung brachte. Da viele andere Almári in Agomitur denselben Traum gehabt hatten, berief Orleas den Rat der Sieben ein. In der Folge befasste sich dieser mit der Auslegung der Offenbarung, während sich viele Almári auf die Suche nach den Schlüsseln des Voréos machten. Froh darüber, endlich ernst genommen zu werden, stellte Orleas diesen alles Wissen zur Verfügung, dass er hatte. Erst dem Almar Lurano gelang es jedoch, eine brauchbare Spur zu finden und im Sommer des Jahres 2365 E.Z. dann tatsächlich zwei der Schlüssel nach Agomitur zu bringen. Lange Monate widmete sich Orleas deren Untersuchung, ehe sie aus Agomitur gestohlen wurden. Immer düsterer wurde da sein Gemüt, sah er die Zeit der Wiederkehr Voréos‘ unerbittlich näherrücken.


Persönlichkeit

Orleas war ein ebenso neugieriger wie gewissenhafter Mann. Die Weisheit und das Wissen, das er sich im Laufe der Jahrtausende erworben hatte, war beinahe unübertroffen. Dieses ließ er freigiebig jedem zukommen, der ihn danach fragte. Allerdings hatte er die Angewohnheit, sich bisweilen sehr unverständlich auszudrücken. Zudem war Orleas ein Verfechter des Friedens und der Mäßigung, der niemals freiwillig zur Waffen griff und die Heiligen Künste beinahe übertrieben maßvoll anwandte.


Erscheinung

Im Gegensatz zu anderen Almári, die stets jugendlich wirkten, sah man Orleas sein großes Alter an. Durch die Schrecken, die er in Nurvornor gesehen und erlebt hatte, hatte er seine Jugend verloren. Zwar war er immer noch ein großer, schlanker Mann, dessen Körper vom zarten Schimmer der Getreuen umgeben war, doch war sein Gesicht das eines Greises. Er hatte langes weißes Haar und einen ebenso langen Bart. Seine Augen waren von einem klaren Blau.


Besondere Fähigkeiten

Orleas verfügte über ein gewaltiges Wissen und hatte ein äußerst umfangreiches Gedächtnis. Zudem verstand er sich meisterhaft auf die Heiligen Künste, wenngleich er dies nur selten durchblicken ließ.


Erwähnung

  • DWS: 213, 219, 383
  • DEDV: 32, 58, 262
  • DLDD: 124, 126, 139, 160, 210, 214-215, 221, 258, 446, 593