Bormias

Geschichte

Junge Jahre

Bormias wurde im Jahr 2332 E.Z. als Sohn des Nachtschleichers Eluvar und der Menschenfrau Nailana in Wasmern geboren. Aufgrund seiner Herkunft wurde er von den anderen Bewohnern der Stadt gemieden. Einzig das Ansehen seines Großvaters sorgte dafür, dass niemand dem jungen Halbmenschen nachstellte. Obwohl niemand aus seiner Nachbarschaft etwas mit ihm zu tun haben wollte, fehlte es Bormias an nichts, solange seine Eltern bei ihm waren. Dies änderte sich schlagartig, als sein Großvater im Jahr 2339 E.Z. starb. Die Bewohner von Wasmern wandten sich gegen Eluvar und töteten ihn für ein Verbrechen, dass er nicht begangen hatte. Sie töten auch Nailana, da sie mit ihm zusammengewesen war. Blind vor Verzweiflung und Trauer nahm Bormias zum ersten Mal seine Ungeheuergestalt an und wütete unter jenen, die versuchten, auch ihn zu töten. Erst nachdem er mehrere Dutzend Menschen getötet hatte, floh er aus Wasmern in die Wildnis.

Leben als Söldner

Immer noch ein Kind wanderte Bormias allein durch das Land. Oftmals litt er Hunger und Durst. Er mied die Menschen, so gut er konnte, musste jedoch bald einsehen, dass er in der Wildnis nicht überleben würde. So schlich er sich häufig des Nachts in Dörfer, um zu stehlen, was er brauchte. Die Fähigkeiten, die er von seinem Vater gelernt hatte, wurden ihm dabei sehr nützlich. Auf diese Weise gelangte er im Laufe zweier Jahre nach Amrian. Dort machte er den Fehler, von einem Hauptmann der Söhne der Gruft zu stehlen. Er wurde erwischt und in einen Kampf verwickelt. Als er infolgedessen nicht weniger als ein halbes Dutzend Söldner tötete, erkannte der Hauptmann seinen Nutzen und bot dem neunjährigen Bormias an, für ihn zu arbeiten. Misstrauisch nahm dieser das Angebot an, um mit dem Leben davonzukommen. Im Laufe der folgenden Jahre reiste Bormias mit den Söhnen der Gruft durch das Land. Er lernte mit Waffen umzugehen und seine Kräfte gezielter einzusetzen. Seine Mitstreiter mochten ihn nicht und mieden seine Gegenwart, doch das kümmerte ihn nicht länger. Oft tötete er für seinen Hauptmann Ziele, die sonst niemand erreichen konnte. Wenngleich auch dieser ihn fürchtete, war Bormias doch ein nützliches Werkzeug für ihn.

Treffen mit Omrunas

Bormias war immer noch bei den Söhnen der Gruft, als er im Jahr 2356 E.Z. in Amrian auf Omrunas traf. Er erkannte sofort, dass Omrunas ihn nicht wie alle anderen fürchtete. Als sein Hauptmann sich weigerte, für diesen zu kämpfen, nahm Bormias sein Schicksal selbst in die Hand und tötete ihn kurzerhand. Dadurch erwarb er sich Omrunas‘ Wohlwollen. Er verließ die Söldner und trat in den Dienst des Culmoriers. Die nächsten Jahre hindurch wurde er mehr und mehr zu einem der engsten Vertrauten seines Meisters. Er hinterfragte dessen Befehle nicht und tat stets wie ihm geheißen. So stahl er etwa im Jahr 2357 E.Z. eine Schriftrolle aus dem Schwarzen Palast und tötete mehrere Würdenträger, die sich Omrunas in den Weg gestellt hatten. Auch nach Theladien begleitete er seinen Meister, als dieser ein Bündnis mit dem Blutschattenkult schloss.

Suche nach den Schlüsseln

Omrunas‘ Vertrauen zu Bormias war so tief, dass er diesen sogar in das Wissen um die Schlüssel des Voréos einweihte. So war Bormias an der Seite seines Meisters, als dieser sich auf die Suche nach den mächtigen Gegenständen machte. Er begleitete Omrunas nach Trywasall, wo zwei der Schlüssel verborgen lagen, und danach auch nach Trinatia. Im Wald der Verfluchten traf er auf Naron und Rexian und er bot seinem Meister an, ersteren zu beseitigen. Nachdem Omrunas sich Rexians bemächtigt hatte, sandte er Bormias zum Pass von Ertanien, um dort bei den Mursogi nach dem Rechten zu sehen. Dort wartete der Halbmensch auf seinen Meister, bis dieser mit Rexians Schlüssel erschien. Gemeinsam reisten die beiden weiter nach Gallma. Da Rexian entkommen war, aber immer noch einen gewissen Wert für seinen Meister hatte, wies dieser Bormias an, von dort aus nach dem König Ausschau zu halten. Zugleich sollte er dafür sorgen, dass die Anhänger des Blutschattenkultes, die ebenfalls in der Stadt waren, die wertvolle Geißel nicht töteten. Tatsächlich stieß Bormias in Gallma auf Rexians Begleiter Naron und Pairot. Ehe er sich jedoch um diese kümmern konnte, erschien Solmut, der Fürst von Ertanien, in Gallma und zwang ihn zur Flucht.

Verräter

In der Folge eilte Bormias nach Xerdon, um seinen Meister zu warnen, dass Rexian wieder in Erbarior war. Als dieser nach einem Streit mit Virisare, der Hohepriesterin des Blutschattenkultes, nach Theladien reiste, ließ er Bormias erneut zurück, um weiter mit seiner Verbündeten zu verhandeln. Die Söhne der Gruft, die Omrunas zuvor schon nach Xerdon geschickt hatte, wurden ihm unterstellt, sodass er, wenn notwendig, Druck ausüben konnte. Währenddessen forderte Virisare Bormias auf, Rexians Schwester und Erbin Reméa zu töten, worauf dieser sich ohne zu zögern einließ. Es kam jedoch nicht dazu, wurde doch Virisares Spiel vor dem Rat der Fürsten aufgedeckt, als Rexian zurückkehrte. Im folgenden Handgemenge fand Bormias beinahe den Tod, als er durch ein Fenster des Ratssaales fiel. Naron rettete ihm das Leben. Daraufhin wurde Bormias in ein tiefes Verließ geworfen, wo er immer wieder zu Virisare und Omrunas befragt wurde. Mehrmals bat er darum, mit Naron sprechen zu können, während er jeden Verhör geduldig und schweigsam über sich ergehen ließ. Als dieser ihn nach mehr als einem Monat der Gefangenschaft endlich besuchte, schwur Bormias ihm die Treue. Zudem verriet er ihm viel über die Machenschaften seines Meisters und dessen Verbündeten. Ebenso half er Naron, als der Blutschattenkult versuchte, gewaltsam die Macht zu ergreifen. Zum Dank befreite Naron ihn aus dem Verließ. Fortan blieb Bormias an der Seite seines neuen Meisters, als dieser nach Theladien reiste. Dort kämpfte er gegen einen Curach, ehe Naron ihn in der Obhut der Fürstin Fanulia zurückließ. In dieser fand Bormias eine verwandte Seele. Die beiden kamen einander näher, doch belastete Bormias die Tatsache, dass sein Meister ohne ihn in die Schlacht gezogen war. Gemeinsam mit der Fürstin ritt er alsbald nach Varuvils Wall, um Naron beizustehen. Dort stellte er sein Wissen und Geschick in den Dienst des erbarischen Heeres. Mit einer Handvoll Arethéren drang er in Omrunas‘ Lager ein, um dem Heer die Schlacht zu erleichtern. An Narons Seite kämpfte er dann gegen seinen ehemaligen Meister und dessen Vollstrecker Horonchor. Dort starb Bormias durch Horonchors Schwert.


Persönlichkeit

Bormias war ein gewissenloser Mann, der weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit dachte. Er führte jeden Befehl kalt und leidenschaftslos aus. Zu töten bereitete ihm keine Freude, doch tat er es ohne zu zögern. Es gab nichts, was er liebte, jedoch umso mehr, was er verachtete. Erst durch Narons Einfluss öffnete er sich ein wenig.


Erscheinung

Bormias war ein großer, schlanker Mann mit einem schmalen, adelig wirkenden Gesicht. Seine Augen waren von einem eiskalten Blau, sein Haar war rabenschwarz. Seine Haut war so weiß wie Milch. Als Halbmensch war Bormias in der Lage sich zu verwandeln. In seiner Ungeheuergestalt besaßen seine Finger lange klauen. Seine Gesichtszüge waren verzerrt, seine Zähne spitz.


Besondere Fähigkeiten

Als geübter Meuchelmörder war es für Bormias ein leichtes, sich lautlos zu bewegen und zu töten. Auch im offenen Kampf war er sehr geschickt. Durch das Blut seines Vaters war Bormias schneller und stärker als ein gewöhnlicher Mensch. Er konnte sehr hoch springen und ohne Schwierigkeiten zu Fuß mit einem Pferd im Trab mithalten. Das Licht der Sonne schadete ihm zwar nicht, doch empfand er es als äußerst unangenehm. Da Bormias zur Hälfte ein Mensch war, konnte er sich nur unvollständig verwandeln.


Erwähnung

  • DWS: 289, 436-439, 445
  • DEDV: 115, 123-124, 126, 128-135, 137-139, 141, 154-155, 162-163, 165, 168, 170-172, 174-176, 207, 253-255, 257-258, 260-273, 284-288, 290-298, 300-302, 306-308, 310-322, 324-329, 331-332, 335, 337-343, 345, 346, 348-350, 352-362, 364-367, 370, 374, 377-385, 387-389, 390, 393-407, 409-413, 415-419, 424, 430, 434, 491, 514, 565-572, 574-580, 582-584, 588-590, 592-605
  • DLDD: 8-9, 105, 124, 130, 350, 398, 451, 454, 543